Unter mehr aks 1000 Vorschlägen wählte die Jury zum Unwort des Jahres den Spitzenbegriff 2005: „Entlassungsproduktivität“ kürten die Juroren vor Begriffen wie "Smartsourcing", "Qualitätsoffensive" oder "Unternehmerische Hygiene" zum Unwort des vergangenen Jahres."Entlassungsproduktivität" bezeichnet eine gleich bleibende, wenn nicht gar gesteigerte Arbeits- und Produktionsleistung, nachdem zuvor zahlreiche, für "überflüssig" gehaltene Mitarbeiter entlassen wurden.
Der Begriff verschleiere die Mehrbelastung derjenigen, die ihren Arbeitsplatz behalten hätten, urteilt die Jury, bestehend aus vier Sprachwissenschaftlern und ein bis zwei wechselnden Vertretern der öffentlichen Sprachpraxis.Das Wort sei bereits 1998 aufgetaucht, so der Jury-Sprecher Horst Dieter Schlosser. Damals habe ihn Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder kritisiert. Mittlerweile werde das Wort auch in Fachbüchern verwendet, zudem habe Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser den Terminus im vergangenen Jahr benutzt.„Die "Entlassungsproduktivität", urteilt Spiegel Online, „ist eine Vokabel mit dem Charme eines muffigen Kellerbüros, keine spektakuläre Wahl, ein Unwort aber ganz sicher.“ Unwort des Jahres 2004 war „Humankapital“ – ein Begriff, der nicht nur verharmlose, so die Jury seinerzeit, sondern auch die Menschenwürde verletze. Bleibt abzuwarten, was uns dieses Jahr für ein neues Unwort bringt; vielleicht „Bestand keulen“?
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