Im multikulturellen und multiethnischen Malaysia muss sich der westliche Besucher darüber im Klaren sein, dass er im Geschäftsleben auf drei Bevölkerungs-gruppen - und damit auch auf drei unterschiedliche Geschäftskulturen - treffen wird: Die moslemisch geprägte malaiische, die chinesische und die indische Kultur.
Die Malaien machen rund 50% der Bevölkerung aus, die Chinesen etwa 20%. Der indische Bevölkerungsanteil beträgt etwa 8%.
Business-Etikette
Planen Sie für Verhandlungen mehr Zeit ein, als Sie dies von Deutschland her gewohnt sind. Informieren Sie sich vorher gut über die geschäftlichen Gepflogenheiten, je nach ethnischer Zugehörigkeit Ihrer Geschäftspartner.
Kleidung
Auf Grund des tropisch heißen und feuchten Klimas ist Kleidung aus Baumwolle und Leinen eine vernünftige Wahl. Kleiden Sie sich lieber zu konservativ als zu leger: Sakko und Krawatte sollten Sie bei geschäftlichen Terminen immer tragen, eventuell können Sie sie später ablegen. Geschäftsfrauen sollten in Malaysia einen mindestens knielangen Rock und langärmelige Blusen tragen.
Begrüßung
Ihre Visitenkarten sollten in englischer Sprache verfasst sein. Da ein Großteil der malaysischen Geschäftsleute chinesischer Abstammung ist, kann es von Vorteil sein, die Rückseite der Karte ins Chinesische übersetzen zu lassen. Goldene Schrift wäre in diesem Falle das Sahnehäubchen. Geben Sie alle Ihre Titel, Berufs- und Dienstbezeichnungen auf der Visitenkarte an, Understatement wäre dort absolut fehl am Platze.
Nehmen Sie Visitenkarten, genauso wie auch Präsente, stets mit beiden Händen entgegen. Überreichen dürfen Sie Dinge ausschließlich mit der rechten Hand. Stecken Sie die Visitenkarte nicht sofort weg, sondern würdigen und begutachten Sie sie erst für einen längeren Augenblick. Sie sollten sich niemals auf einer Visitenkarte Notizen machen.
Die Vielfalt der Ethnien erschwert es Ausländern, die richtige Form der persönlichen Anrede zu finden. Malaien sollten grundsätzlich mit Titel plus Namen angeredet werden. Im Zweifelsfall sollten Sie kundtun, wie Sie selbst gerne angeredet werden möchten, um daraufhin Ihren Gegenüber danach zu fragen.
Da Malaysia eine konstitutionelle Monarchie mit neun königlichen Familien ist, kann es durchaus passieren, dass Sie im geschäftlichen Umgang auch einmal auf ein Mitglied einer Königsfamilie treffen. Die Titel und Formen der Anrede für die Vertreter der Königshäuser variieren je nach ihrer Herkunft. Am besten fragen Sie einen Einheimischen, wie die Majestäten anzusprechen sind.
Zu Besuch bei Unternehmen
Die Geschäftssprache in Malaysia ist Englisch, das von den meisten Businessleuten gut gesprochen wird. Es kann eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, ehe Sie mit Ihrem Gegenüber einen vertraglichen Abschluss erzielen. Sie sollten daher damit rechnen, vor dem Erreichen einer Entscheidung mehrmals nach Malaysia reisen zu müssen. Zu Beginn des Verhandlungsprozesses stehen das gegenseitige Kennlernen und das Aufbauen von Vertrauen an oberster Stelle. Zu den geschäftlichen Details kommt man erst zu einem späteren Zeitpunkt. Lassen Sie sich Ärger, Wut oder Enttäuschung niemals anmerken, sonst verlieren Sie Ihr Gesicht und damit den Respekt Ihres Gegenübers. Behalten Sie also Ihre Gefühle stets unter Kontrolle, auch wenn es noch so schwer fällt. Genauso wichtig ist, dass Sie Situationen vermeiden, in denen ein anderer sein Gesicht verlieren könnte: Blamieren oder kritisieren Sie nie jemanden vor anderen.
Ein "Ja" bedeutet in Malaysia nicht immer ein "Ja" im deutschen Sinne. Nie wird man Ihnen jedoch ein direktes "Nein" ins Gesicht sagen, da das als sehr respektlos gelten würde. Ein "Ja, aber...", ein "Das könnte schwierig werden..." oder eine andere ausweichende Antwort bedeuten eher "Nein". Lernen Sie, zwischen den Zeilen zu lesen.
Kurze Phasen der Stille in einer Diskussion oder vor einer Antwort gelten als höflich und weise, um die eigenen Gedanken zu sammeln. Seien Sie tolerant, wenn Ihr Geschäftspartner ein Geschäft nur zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt abschließen will. Sein Astrologe könnte der Meinung sein, dass dieser Termin besonders günstig ist. Dem ist nichts entgegenzusetzen.
Seien Sie darauf vorbereitet, dass bereits geschlossene Verträge möglicherweise nachverhandelt werden.
Quelle: Business-Wissen.de
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