Corona – hier finden Einwanderer Informationen in ihrer Muttersprache

In Deutschland leben rund 83,1 Millionen1 Menschen, davon sind 10,6 Millionen unter 14 Jahre alt. Etwa ein Viertel der Menschen in Deutschland (26 Prozent; 21,2 Millionen)2 hat einen Migrationshintergrund. 6,2 Millionen der Erwachsenen hierzulande können nicht richtig Deutsch lesen und schreiben, mehr als die Hälfte davon hat Deutsch als Muttersprache. Bei den Menschen, die Deutsch erst nach ihrer Muttersprache gelernt haben, können 42,6 Prozent Deutsch nur schlecht lesen und schreiben3. Die Zahl der Menschen im Land, darunter viele mit Migrationshintergrund, die sich auf Deutsch nicht oder nur schwer über das Pandemiegeschehen informieren können, ist demnach groß. Das kann ein Grund für die systematische Überrepräsentanz von Migranten bei Covid-19-Fällen sein. Wir zeigen, wo Einwanderer Infos rund um Corona in ihrer Muttersprache finden.

Anfang März berichtete das Wochenmagazin “Focus”, dass Ärzte “über viele Covid-19-Patienten mit Migrationshintergrund” besorgt seien. Demnach sei der Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund auf Covid-19-Stationen relativ hoch. Laut dem Focus habe die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zu der demnach 37 Staaten mit hohem Pro-Kopf-Einkommen gehören, schon früh vor einer solchen Entwicklung gewarnt: In fast allen OECD-Ländern, für die Daten vorlägen, gebe es eine systematische Überrepräsentanz von Migranten bei den Covid-19-Fällen und bei der Sterblichkeit, zitiert das Magazin die Aussage des OECD-Ökonomen Thomas Liebig vom Herbst 2020. Liebig begründete diese Entwicklung mit Armut, beengtem Wohnraum, häufigerer Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Jobs, in denen Home Office und Social Distancing kaum möglich seien, etwa in der Gastronomie oder in fleischverarbeitenden Betrieben.

Corona-Infos für Migranten

Der Tagesspiegel stellte Anfang März 2021 das Ergebnis einer Studie des Berliner Senats zur Beeinflussung des Infektionsgeschehens durch Faktoren wie Einkommen, Wohnstandard und Herkunft vor: Je höher der Anteil der Arbeitslosen beziehungsweise Transferbeziehenden in den Bezirken sei, desto höher sei die Covid-19-Inzidenz, schreibt die Onlineausgabe der Zeitung. Zudem sei festzustellen, dass Stadtbezirke, die dichter besiedelt seien und in denen weniger Frei- und Erholungsfläche zur Verfügung stehe, signifikant stärker von der Covid-19-Epidemie betroffen seien. Außerdem habe die Studie ergeben, dass die Covid-19-Inzidenz mit dem Anteil der Einwohner mit Einwanderungsgeschichte sowie mit dem Anteil der Nicht-EU-Ausländer positiv assoziiert sei, erklärte die Gesundheitsverwaltung der Hauptstadt.

Der Focus zitiert in seinem oben bereits verlinkten Bericht einen Arzt, der zudem Großfamilien als Risikofaktor für die Virusverbreitung anführt. Diesem Arzt zufolge spiele es aber auch eine wichtige Rolle, dass “viele Menschen mit Migrations­hintergrund kaum Zugang zu gesundheitlicher und gesundheitspolitischer Bildung” hätten. Da fehle es demzufolge oft an seriösen Informationen, was auch an sprachlichen Problemen liege.

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Das Unvermögen von Menschen hierzulande, deutschsprachige Infos zur Pandemie zu verstehen, ist aber nur die eine Seite der Medaille: die Empfängerseite sozusagen. Denn es gibt schließlich auch einen Absender dieser Informationen. Schauen wir uns die doch einmal an:

Schon im Dezember 2020 berichtete die Tagessschau auf ihrer Internetseite, dass es diesbezüglich einen Nachholbedarf gebe. In dem Beitrag berichtete der Schulleiter Dirk Lederle davon, dass er immer wieder Eltern in seiner Schule in Baden-Württemberg habe, die die aktuellen Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise nicht oder nicht komplett verstehen würden. Gegenüber der Tagesschau sagte Lederle, der auch stellvertretender Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung in Baden-Württemberg ist, dass es bei den Corona-Maßnahmen ja teilweise um sehr technische Dinge gehe, “die auch wir Muttersprachler manchmal nur schwer verstehen”. Der Schulleiter forderte daher vom baden-württembergischen Kultusministerium die Übersetzung zentraler Unterlagen in alle wichtigen Sprachen, bestenfalls mit Erklärungen. Die Tagesschau online schreibt, dass Lederle meist nur die Sprachen Englisch oder Französisch zur Verfügung habe – womit er im Schulalltag nicht weit komme: Er bräuchte vielmehr auch Informationsangebote in Arabisch Türkisch, Kroatisch und Serbisch.

Der SWR und das Recherchezentrum Correctiv haben laut der Tagessschau zahlreiche online verfügbare Informationsangebote der deutschen Bundesländer für Menschen mit fehlenden Deutschkenntnissen untersucht und bei den zuständigen Ministerien weitere Informationsangebote abgefragt. Ein Ergebnis dessen sei gewesen, dass insbesondere bei der Kommunikation aktuell verabschiedeter Maßnahmen in vielen Ländern, aber auch auf Bundesebene, deutlicher Nachholbedarf herrsche. Oftmals müssten sich Menschen, die sich in einer anderen Sprache als Deutsch aktuell über das Pandemiegeschehen informieren wollten, diese Infos mühsam zusammensuchen. Daraus resultiere eine große Verunsicherung.

SWR und Correctiv stellten fest, dass die deutschen Bundesländer ihre Verantwortung, Menschen mit fehlenden Deutschkenntnissen in der Krise mitzunehmen, sehr unterschiedlich wahrnähmen – das zeige sich einerseits an den dafür aufgewendeten finanziellen Mitteln und andererseits an der Form und Zahl der Informationsangebote. Als positives Beispiel wird Berlin angeführt.

Wo finden Menschen mit Migrationshintergrund aktuelle Infos rund um Corona? Hier!

Wir haben im Folgenden wichtige Adressen im Internet zusammengestellt, die die in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund, die des Lesens und Schreibens der deutschen Sprache nicht mächtig sind, in ihren Muttersprachen über das aktuelle Pandemiegeschehen, wichtige Maßnahmen gegen die Virusverbreitung und Hintergründe zu Covid-19 informieren:

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1 https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/_inhalt.html
2 https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/_inhalt.html
3 https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/deutsche-und-migranten-6-2-millionen-erwachsene-koennen-nicht-richtig-deutsch-lesen-und-schreiben/24311186.html

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