Ganz Persönliches … zum Tag der Deutschen Einheit

Er jährt sich nun zum 23. Mal, der Tag der Deutschen Einheit. Ein großer Tag – für jeden von uns. Am 3. Oktober 1990 wurde der Einigungsvertrag unterzeichnet und wird seitdem jährlich mehr oder weniger feierlich begangen. Wofür er steht ist hinlänglich bekannt … ich möchte ihm heute eine andere, vielleicht kleinere, aber deswegen nicht minder wichtige persönliche Bedeutung verleihen und damit ein wenig zum Nachdenken anregen. Ich möchte den 3. Oktober zum Tag der Verbundenheit machen.

23. Tag der Deutschen Einheit

Der Duden umschreibt den Begriff Einheit mit „in sich geschlossene Ganzheit, Verbundenheit; als Ganzes wirkende Geschlossenheit, innere Zusammengehörigkeit“ – aber: Sind wir das heute wirklich, eine geschlossene Ganzheit, die sich durch Zusammengehörigkeit auszeichnet? Ich meine, nein – von der als „Ganzes wirkenden Geschlossenheit“ trennt uns leider noch einiges… Denken Sie nur an Stichworte wie Migranten, Minderheiten, Frauen, Kinder – viel zu viele Menschen sind heute bei uns noch ausgeschlossen aus dem großen Ganzen. Sei es, weil sie eine andere Kultur pflegen als die unsere, sei es, weil sie eine andere sexuelle Orientierung leben oder sei es, weil sie nicht dem „starken männlichen“ Geschlecht angehören. Menschen, die nicht dem gängigen Klischee entsprechen, werden weiterhin oftmals gesellschaftlich ausgegrenzt, Frauen, die Karriere machen, verdienen oftmals weniger als ihre männlichen Pendants auf der selben Hierarchieebene und Mütter, die auf der Karriereleiter nach oben wollen, kommen häufig keine Stufe weiter.

Aber dennoch sind wir eigentlich auf einem guten Weg – unsere Gesellschaft ist offener, ist multikulti, ist tolerant … aber: Ich denke, da geht noch mehr. Viel mehr… Es geht so leicht: Stehen Sie doch mit mir einfach öfter mal ein für das große Ganze, für mehr Verbundenheit, für mehr Geschlossenheit bei kritischen Themen. Setzen Sie sich dafür ein, dass Ihre Nachbarin, die ein Kopftuch trägt, nicht ausgegrenzt wird. Fordern Sie sie ein, die innere Zusammengehörigkeit, und: Leben Sie sie!

Das ist mein persönlicher Wunsch für den großen Tag der Deutschen Einheit, dem wir alle mit kleinen Schritten in unserem direkten Umfeld jeden Tag ein Stückchen näher kommen.

In diesem Sinne und in großer Verbundenheit
Ihre Nelly Kostadinova

Ein Gedanke zu „Ganz Persönliches … zum Tag der Deutschen Einheit

  1. Liebe Frau Kostadinova,

    zufällig bin ich auf Ihre Internetseite gestoßen, bzw. hat unserem Sohn Ihr QR-Code gefallen, den ich mir ansehen wollte, und dabei habe ich Ihren Kommentar zur deutschen Einheit gelesen. Diesem kann ich nur zustimmen und ich finde es toll, dass Sie überhaupt zu diesem Thema Stellung bezogen haben! Unser Gebiet ist der bio-dynamische Weinbau und wir versuchen bei unseren Kunden und Gästen zu kommunizieren, dass jeder, da wo er steht, ob Hausfrau, Gärtner, Geschäftsmann oder Landwirt für die Umwelt und die Natur etwas tun kann. Und so ist dies auch der Fall im sozialen Miteinander, was Sie so schön formuliert haben.

    Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg,

    Angelika Christ

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.