Sie wollen ins Ausland?

Unsere Wirtschaft wird nicht nur weiblicher – den vielen top-ausgebildeten Frauen sei Dank –, sondern auch internationaler.

Deutschland, schon lange ein Export-Weltmeister, wird jetzt auch mit dem Mittelstand immer länderübergreifender. So hat die KfW per Umfrage herausgefunden, dass die außenwirtschaftlichen Verflechtungen des größeren deutschen Mittelstandes stark sind: 65 % der befragten Unternehmen waren zum Erhebungszeitpunkt (2013) als Exporteure oder mit internationaler Niederlassung auf Auslandsmärkten aktiv und haben immerhin ein Viertel ihres Umsatzes auf fremden Märkten verdient.

Sicher ist, dass das Engagement im Ausland für immer mehr mittelständische deutsche Unternehmen an Attraktivität gewinnt. Sei es als Produktionsstandort, sei es als Verkaufs- und Vertriebsniederlassung. Dabei lassen sich die deutschen Mittelständler von den vielfältigen fremden Hürden – kulturellen, sprachlichen, juristischen oder logistischen – kaum erschrecken.

Aber worauf kommt es wirklich an? Was sind die Main Topics, die es zu beachten gilt, wenn man auf fremden Märkten Erfolg haben will? Einige Punkte haben wir für Sie in einer Checkliste zusammengefasst.

Im Ausland erfolgreich sein1. Das richtige Team finden und halten: Der Erfolg jeder Expansion, ob national oder international, steht und fällt mit den Mitarbeitern, die Ihr Unternehmen vor Ort vertreten sollen. Setzen Sie auf einheimische Angestellte und punkten Sie so von Anfang an mit lokalen Kenntnissen vor Ort.

2. Sprache, Stil und Kultur treffen: Machen Sie sich bewusst, dass kein Land wie das andere ist. Wir als Sprachdienstleister sprechen hier von „Lokalisierung“, was nichts anderes heißt, als mit der „richtigen“ Sprache den „richtigen“ Ton zu treffen, landestypische Gepflogenheiten „richtig“ zu beherrschen und so mit der einheimischen Konkurrenz mithalten zu können. Als Beispiel sei hier die eigene Website zu nennen: Eine bloße Übersetzung der deutschen Inhalte, also die reine Konzentration auf die andere Sprache, ist für diese Ziele bei weitem nicht ausreichend. Vielmehr muss es darum gehen, die Website entsprechend zu lokalisieren. Konkret bedeutet das: Die Besonderheiten eines Landes, also Aspekte wie Kultur, Kommunikation, Marketing, Produktentwicklung, Vertrieb und Support müssen zusätzlich in Betracht gezogen werden.

3. Rechtssicherheit schaffen: Zwar sind – der EU sei Dank – im  westeuropäischen Ausland handelsrechtliche Bedingungen sehr ähnlich, weisen aber immer noch nationale Besonderheiten auf, die schon so manchen Vertrag nivelliert haben. Holen Sie sich nationale Kompetenz bei allen rechtlichen und steuerlichen Fragen frühzeitig an Bord und entgehen so landestypischen Fallstricken, die Sie nicht kennen können.

4. Zahlungsmoral checken und berücksichtigen: Oft ist die Zahlungsmoral vor Ort eine andere als die, die Sie gewohnt sind. Prüfen Sie vor Auftragsannahme, ob sie mit den nationalen Bedingungen leben können.

5. Nationale Bürokratie bedenken: Die Fragen, die Sie sich bei einer Firmengründung im eigenen Land stellen müssen, müssen Sie sich natürlich auch für Ihre ausländischen Niederlassungen stellen. Bedenken Sie dabei, dass auch Behörden landestypische Gepflogenheiten institutionalisiert haben könnten. Das können ganz banale Aspekte wie die Öffnungszeiten, aber auch rechtlich wesentliche Aspekte, wie etwa Genehmigungen, sein.

6. Andere Länder, andere Sprachen: Unterschätzen Sie die Sprachbarrieren nicht; auch wenn Sie die Landessprache fließend beherrschen, gibt es sprachliche Fallstricke, vor denen Sie nur ein Native Speaker bewahren kann. Vertrauen Sie in wichtigen Verhandlungen also lieber ergänzend auf einen Dolmetscher, der sich mit Ihrem Fachgebiet, aber eben auch mit der Landessprache bestens auskennt.

 

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