500 Jahre Bibelübersetzung – Veranstaltungstipps für Eisenach und die Wartburgregion

1521 kam Martin Luther (1483 bis 1546) für fast ein ganzes Jahr auf der Wartburg oberhalb Eisenachs in sogenannte Schutzhaft. Als Junker Jörg übersetzte er dort das Neue Testament ins Deutsche – in nur elf Wochen. Die Stadt Eisenach und die Wartburgregion würdigen Luthers Schaffen 500 Jahre später mit einem Themen­jahr, das spannende Veranstaltungen bietet. Schauen Sie selbst!

500 Jahre Bibelübersetzung – der Blick zurück

Generationen über Generationen hatten den Text der Bibel mündlich weiter­gereicht. Schließlich wurden die Texte auf Hebräisch niedergeschrieben. Aus dem Hebräischen übersetze man die Bibel zunächst in die Sprachen Aramäisch, Griechisch und Latein. Martin Luther übersetzte die Bibel in die deutsche Sprache, wobei er seine Übersetzung aus dem Lateinischen und Griechischen auch auslegte und in das alltägliche Leben der Menschen seiner Zeit hineindeutete. Er verfasste seine deutschen Bibeltexte nicht in einem steifen Schriftdeutsch, sondern verständlich und so, wie es zeitgemäß gesprochen wurde.

Wo übersetzte Luther die Bibel ins Deutsche?

In seinem Versteck auf der Wartburg, einer Zelle die als Lutherstube bekannt wurde, landete Martin Luther, geächtet von Kaiser und Kirche, am Abend des 4. Mai 1521. Dort ließ ihn der Kurfürst von Sachsen, Friedrich der Weise, in Schutzhaft nehmen. Luther ließ sich – folgt man historischen Überlieferungen – einen Bart stehen und die Haare wachsen. Er trug Ritterkleider und Ritterschwert, um seiner Tarnidentität „Junker Jörg“ möglichst gerecht zu werden.

500 Jahre Bibelübersetzung

Wann übersetzte Luther das Neue Testament ins Deutsche?

Es heißt, Luther habe dort aus Langeweile und Einsamkeit begonnen, das Neue Testament ins Deutsche zu übersetzen. Und diese Arbeit in nur zehn Wochen vollbracht. Eine Leistung, die bis heute als seine schöpferischste gilt. Denn mit der Bibelübersetzung vom Griechischen in ein allgemeinverständliches Deutsch soll er die Grundlage für die deutsche Hochsprache gelegt haben. Für Thomas A. Seidel, Vorstandsvorsitzender der Internationalen Martin Luther Stiftung, ist Luthers Übersetzung vom Neuen Testament aus dem Griechischen ins Deutsche mehr als ein kirchenhistorisches oder theologisches Ereignis: Gegenüber dem MDR spricht er von der „Geburtsstunde der Nationalsprache“, die Luther damit geprägt habe.

Luther selbst beherrschte Hebräisch und Griechisch und es soll ihm ein Hauptanliegen gewesen sein, Menschen, die weder Hebräisch, noch Griechisch oder Latein konnten, Zugang zum Bibeltext zu eröffnen – eine Bibel fürs Volk wollte er schaffen, in einer einheitlichen deutschen Sprache. Seine Bibel war zum einander Vorlesen gedacht. Mit dieser liberalen Einstellung machte er sich die Katholische Kirche zum Feind.

Wann übersetzte Luther das Alte Testament ins Deutsche?

Für die Übersetzung des Alten Testaments brauchte Luther deutlich länger als für die Übersetzung vom Neuen Testament: Erst 1534 war dies vollbracht.

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500 Jahre Bibelübersetzung – der Blick nach vorn

2021 – 500 Jahre später – würdigen Bundesland und Freistaat Thüringen, die Stadt Eisenach und die Wartburgregion Luthers Werk auf ganz besondere Weise: mit einem (touristischen) Themenjahr unter dem Motto: „Welt übersetzen. Sprache lesen, hören, sehen in Thüringen“. An verschiedenen Orten Thüringens werde es viele Veranstaltungen geben – Hauptakteurinnen seien laut der zugehörigen Pressemeldung der Stadt Eisenach

  • die Wartburgstiftung,
  • die Stiftung Lutherhaus Eisenach
  • und natürlich die Stadt Eisenach.

Der Thüringer Kulturminister Prof. Benjamin-Immanuel Hoff sagte gegenüber der Presse, dass Thüringen nicht nur Martin Luther in den Mittelpunkt rücken werde, sondern auch aktuelle Fragestellungen diskutieren wolle, zum Beispiel,

  • wie wir uns heute über Generationen, Gruppen, Nationalitäten, Religionen, Sprachen, Zeiten hinweg verständigen könnten
  • und wie Sprache im Zeitalter von Twitter erlebbar, gestaltbar, sinnstiftend bleiben könne.

Aus dem Programm zum Themenjahr – 500 Jahre Bibelübersetzung

Oktober 2021

  • Wissenschaftliche Tagung – Luther auf der Wartburg (1521/22). Vom Septembertestament zur Vollbibel. Übersetzung – Druck und Buchillustration – Rezeption. Termin: 21. bis 23. Oktober
  • Öffentlicher Vortrag im Wappensaal auf der Wartburg. Prof. Dr. Dr. Johannes Schilling referiert zur „Geburt der Biblia Deudsch aus dem Geist des Evangeliums“. Termin: 22. Oktober, 19 Uhr
  • Projekteröffnung – Eröffnung des Themenjahres „Welt übersetzen“. Eingebettet in das Abschlusskonzert „Auferstehung – Himmelfahrt – Pfingsten in Kantaten Johann Sebastian Bachs“ des Eisenacher Bachfestes, werden der Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, und die Eisenacher Oberbürgermeisterin Katja Wolf, die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Jubiläum von Luthers Bibelübersetzung auf der Wartburg eröffnen. Beim Festgottesdienst auf der Wartburg spricht Bodo Ramelow im Rahmen der Reihe „Lebe Worte – Prominente und ihre Bibelverse“. Die Eisenacher Museen öffnen an diesem Tag bis 22 Uhr ihre Türen und laden Gäste und Besucher*innen zur „Langen Nacht der Museen“ ein. Termin: 31. Oktober in Eisenac

Das komplette Veranstaltungsprogramm sei stets aktuell zu finden unter der Internetadresse www.eisenach-luther.de

Schreiben auf der Wartburg wie einst Luther: das Wartburg-Experiment 2021/22

Für das sogenannte „Wartburg Experiment“ habe die Internationale Martin Luther Stiftung drei Schriftsteller zu vierwöchigen Aufenthalten auf die Wartburg geladen:

  • Martin Mosebach,
  • Thea Dorn
  • und Senthuran Varatharajah.

In einem Arbeitszimmer in unmittelbarer Nachbarschaft zur Lutherstube sollen sich die Autoren mit der Lutherbibel auseinandersetzen, sich von den Texten des Neuen Testaments und vom authentischen Ort zu einem eigenen kreativen Schaffen anregen lassen. Das erklärte Thomas A. Seidel dem MDR. Währenddessen sollen die Autoren Einblicke in ihren Schaffensprozess gewähren. So seien unter anderem ein literarisches Symposium, Tischreden, Lesungen und Gespräche mit Schülern geplant.

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