Faszination Sprachen – von Arabisch bis Zulu (1): Arabisch

Wir lieben Sprachen! Für uns bedeuten sie die Welt – nicht ohne Grund heißt unser Unternehmen: Lingua-World! In loser Folge wollen wir Ihnen die eine oder andere der mehr als 6.900 Sprachen näher vorstellen, die rund um den Globus gesprochen werden. Los geht’s mit Arabisch.

Wer alles Arabisch spricht

Arabisch steht in der Liste der dreißig meistgesprochenen Sprachen der Freien Enzyklopädie Wikipedia (Wiki) an sechster Stelle. Die Zahl der Menschen, die Arabisch als ihre Muttersprache sprechen, schätzt die Wikipedia auf mehr als 313 Millionen, weitere 424 Millionen sprechen es demnach als Zweit- oder Fremdsprache.

Länder, in denen Arabisch gesprochen wird

In 24 souveränen Staaten plus 2 international nicht als Staaten anerkannten Gebiete ist Arabisch sogenannte Amtssprache:

  • Westarabien (Nordafrika): Mauretanien, Marokko, Algerien, Tunesien (sogenannter Maghreb), Libyen, Mail, Westsahara
  • Nilstaaten: Ägypten, Sudan
  • Staaten am Horn von Afrika: Somalia, Somaliland, Dschibuti, Komoren
  • Süd- und Zentralarabien: Bahrain, Jemen, Katar, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Kuweit
  • Levante / Nordarabien: Israel, Irak, Jordanien, Libanon, Palästina, Syrien

In seiner Hochform (dazu gleich mehr) gehört Arabisch zu den sechs Amtssprachen der Vereinten Nationen (UN). Die Nachfrage nach einer Arabisch Übersetzung oder einem Dolmetscher für Arabisch ist demnach hoch.

Arabisch

Warum Arabisch nicht gleich Arabisch ist

Wenn von der Sprache Arabisch die Rede ist, dann ist deren Hochform, das Hocharabische, gemeint. Das ist die amtliche arabische Sprache, die in der Schule gelehrt wird. Auch die Weltreligion Islam “spricht” Hocharabisch, ihre Heilige Schrift, der Koran, ist in Hocharabisch verfasst. Im Alltag ist Hocharabisch kaum zu hören und zu lesen. Stattdessen findet das Leben in bis zu 40 regionalen arabischen Varietäten und Dialekten statt, die sich so sehr unterscheiden, dass Landsleute verschiedener arabischer Staaten einander nicht oder nur schwer verstehen, wenn sie jeweils in ihrer landestypischen Sprachversion (Muttersprache) versuchen, miteinander zu sprechen. Das in der Schule gelernte Hocharabisch bringt sie dann aber auf einen gemeinsamen sprachlichen Nenner. Es bildet die sprachliche Brücke zwischen den arabischen Staaten.

Wer im arabischen Sprachraum dolmetscht und übersetzt, sollte daher nicht nur Hocharabisch beherrschen, sondern auch die landestypische Version des Arabisch können, das seine Kunden sprechen.

Unsere professionellen Dolmetscher oder Übersetzer für Arabisch sind selbstverständlich Muttersprachler und fit in Hocharabisch.

Das arabische Alphabet

Das arabische Alphabet hat 28 Buchstaben. Dabei handelt es sich Großteils sowie um Konsonanten. Es gibt nur drei lange Vokale (sogenannte Langvokale). Die drei kurzen Vokale a, i und u sind für das Arabische keine eigenen Buchstaben, sondern Hilfszeichen, die ober- oder unterhalb der Konsonanten geschrieben werden. Zudem hat das Arabische weitere Hilfszeichen, unter anderem für eine Vokallosigkeit. Selbst für den sogenannten Knacklaut (glottal stop), den wir Deutsche beispielsweise sprechen, wenn wir beim Wort “Beamter” zwischen “e” und “a” kurz stoppen, gibt es in der arabischen Sprache ein Hilfszeichen.

Arabische Texte werden jedoch meist ohne diese Betonungszeichen gedruckt. Deshalb kann die Betonung ein und desselben Textes extrem variieren – je nachdem, wer ihn vorliest und wie und wo (landestypische Muttersprache) derjenige das geschriebene Wort lesen gelernt hat. Ungeübten Lesern fällt das Betonen von arabischen Texten ohne die Betonungszeichen (sogenannte unvokalisierte Texte) sehr schwer. Auch das Verständnis des geschriebenen Arabisch bleibt dann unklar: Nur wer die grammatische Struktur der Sprache vollständig kennt, kann den gedruckten Text verstehen.

Mitunter werden Texte deshalb an missverständlichen Stellen teilvokalisiert, um für absolute Klarheit in der Betonung zu sorgen. Wichtig: Jeder Koran ist vollvokalisiert gedruckt, um die Betonung zweifelsfrei zu übermitteln. Demnach ist der Koran in einer präzisen Lautschrift gehalten.

Mühe macht auch das Erlernen des arabischen Alphabets: Denn jeder Buchstabe kann sowohl

  • am Wortanfang (verbunden mit dem nachfolgenden Buchstaben)
  • in der Wortmitte (verbunden mit dem vorhergehenden und nachfolgenden Buchstaben)
  • am Wortende (verbunden mit dem vorhergehenden Buchstaben)
  • oder alleine

stehen. Dabei verändert sich jeweils seine Schreibweise. Arabischschüler müssen daher jeden Buchstaben in bis zu vier Schreibweisen lernen!

Die Arabische Grammatik

Faszinierend am Arabischen ist auch seine Grammatik: Zum Beispiel gibt es, anders als im Deutschen, nur zwei Geschlechter: weiblich und männlich. Dafür bietet das Hocharabische die Möglichkeit, drei Numeri auszudrücken: Einzahl (Singular), Zweizahl (Dual) und Mehrzahl (Plural). Und bei Obst- und Gemüsesorten gibt es sogar ein sogenanntes Kollektivum.

So richtig Arbeit beim Lernen und Verstehen machen die vielen Formen der Verben im Arabischen sowie die daraus abgeleiteten Verbalsubstantive, Adjektive, Adverbien und Partizipien. Neben den Grundformen Perfekt (vollendete Handlung in der Vergangenheit) und Imperfekt (unvollendete Handlung im Präsens oder Futur I) mit den vier Modi Indikativ, Konjunktiv, Apokopat und Energikus gibt es eine Art Verlaufsform der Vergangenheit, sowie die Zeitstufen Futur II und Plusquamperfekt. So weit, so gut.

Aber: Viele arabische Verben existieren in mehreren von insgesamt 15 sogenannten Stämmen, die gebildet werden, indem man sie von der Wurzel des Verbs ableitet. Jeder Stamm hat

  • eigene erkennbare Eigenschaften wie Vorsilbe, Verlängerung, Änderung oder Wegfall eines Vokals oder auch Verdopplung (Gemination) des mittleren Radikals (so nennt man die Wortwurzelkonsonanten, siehe unten)
  • und seine eigene Bedeutung, die zum Beispiel intensivierend, kausativ, denominativ, aktiv oder passiv, transitiv oder intransitiv, reflexiv oder reziprok sein kann.

Arabische Schrift geht links herum!

Auch darin unterscheidet sich Arabisch von vielen anderen Sprachen: Es geht linksherum! Geschrieben und gelesen wird von rechts nach links.

Arabische Wörterbücher – geordnet nach Wortfamilien

Wer ein arabisches Wörterbuch aufschlägt, findet darin zumeist nach Wurzeln, man könnte auch schreiben: Wortfamilien, geordnete Wörter. Wer nicht in der Lage ist, die jeweiligen Wurzelkonsonanten eines arabischen Wortes als solche zu erkennen, wird das Wort im Wörterbuch daher nur schwer finden.

Arabische Wörter und ihre Wurzeln

Der Großteil arabischer Wörter basiert auf drei Wurzelkonsonanten, sogenannten Radikalen. Mit Hilfe der Betonungszeichen und Hilfszeichen, Vorzeichen und Anhängsel lassen sich aus den drei Buchstaben entsprechend viele Wörter mit unterschiedlichen Bedeutungen lesen und schreiben. Die Wiki zeigt das klassische Beispiel dafür auf:

  • KaTaBa: er schrieb
  • yaKTuBu: er schreibt
  • KiTāBun: Buch
  • KuTuBun: Bücher
  • KāTiBun: Schreiber/Schriftsteller (Einzahl)
  • KuTTāBun: Schreiber (Mehrzahl)
  • maKTaBun: Schreibtisch, Büro
  • maKTaBatun: Bibliothek, Buchhandlung
  • maKTūBun: geschrieben

Professioneller Übersetzer Arabisch oder Arabisch-Dolmetscher gesucht? Dann stellen Sie uns Ihre Anfrage direkt hier, selbstverständlich unverbindlich! Die Sprachexperten, die für unseren Übersetzungsservice arbeiten, helfen Ihnen bei Ihrer Arabisch Übersetzung ganz sicher weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.