Emojis sind universell – und doch keine Weltsprache

Ein Lächler (Smiley), ein Weiner, ein Schreier, ein Frager, ein Küsser – Emojis sind aus unserer alltäglichen Kommunikation kaum mehr wegzudenken. Die kleinen Emoticons (das Kofferwort wird gebildet aus “Emotion” und “Icon”, auf Deutsch etwa: “grafische Symbole, Sinnbilder oder Bildschriftzeichen für Gefühle”) finden sich in nahezu all unseren digital versendeten Nachrichten und Kommentaren. Wir bringen mit Emojis unsere Gefühle und mittlerweile noch viel mehr zum Ausdruck – und das über sämtliche Sprachgrenzen hinweg. Die bunten Bildchen sind damit ein internationales Kommunikationsmittel, eine Bildsprache, aber keine Weltsprache.

Es ist noch gar nicht lange her, da drückten wir im Schriftverkehr Gefühle nur mit Worten aus. Mit Hilfe der in der deutschen Sprache gängigen Satzzeichen “.”, “!” und “?” ließ sich das geschriebene Gefühl noch betonen. Das war’s. Dann kamen auf der Tastatur digitaler Endgeräte tippbare Zeichenfolgen wie

  • \_Ö_/ (der sich-Freuer),
  • :) (Smiley, der Lächler),
  • :( (der Traurige),
  • ;P (der zwinkernde Zunge-raus-Strecker)
  • und :-o (der Stauner).

Es folgten Emojis. Wichtig: Diese Historie ist der Einfachheit halber stark gekürzt. Wer die Geschichte der Emojis ausführlich lesen möchte, der schaut am besten mal unter dem Schlagwort “Smiley” in die Wikipedia.

Emojis machen Gefühle im Geschriebenen sichtbar

Mit dem Einzug von Emojis in unsere schriftliche Unterhaltung ersparen wir uns das Benennen und das Beschreiben unserer Gefühle mit Worten. Stattdessen setzen wir auf Gefühlssymbole. Sie ersparen uns allen somit Aufwand (Zeit, Tipparbeit) und sie fallen dem Leser unserer Nachricht schnell ins Auge: Sie werden von ihm laut Studien als Erstes interpretiert. Das bringe Sprachexperten zufolge mehr Struktur in Textnachrichten, denn Emojis unterteilen diese in Sinneinheiten. Wie heißt es? Ein Bild sagt mehr als tausend, ähem … drei Worte:

  • Ich bin traurig.
  • 🙁

Das betrübte Gesicht versteht jeder, der es sieht, auf den ersten Blick. Ganz gleich, welche Sprache er spricht. Das macht Emojis universell einsetzbar. Übersetzer beziehungsweise Dolmetscher brauchen Emojis in der Regel nicht, gleichwohl es durchaus auch Unterschiede in der Interpretation gibt: von Land zu Land und auch innerhalb verschiedener Gruppen von Smalltalkern. Unser Tipp: Sollte Ihnen, ob der Menge und Varianten, der Sinn eines Emojis fraglich sein, dann hilft ein Blick auf eine Erklärseite.

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Viele, viele bunte Emojis

Seit ihrem Aufkommen Ende der 1990er- Jahre auf mobilen Telefonen in Japan, damals waren es überschaubare 176 Stück, hat sich die Zahl der Emojis stetig vergrößert. Längst ist die universelle Bildersprache die am Schnellsten wachsende Sprache überhaupt, wie die Zeitung Welt berichtet. Für das Jahr 2021 habe das Unicode-Konsortium 217 neue Textsymbole zugelassen, laut t-online.de seien die meisten davon Varianten der gleichen Emojis. Übrigens: Jeder könne dort Ideen für neue Emoticons einreichen, müsse aber auch das zugehörige Design vorschlagen. Doch nicht nur die Zahl der Emojis nimmt stetig zu. Auch das Design hat sich weiterentwickelt: Es wurde detailreicher, aufwendiger und teilweise sogar animiert.

Am erstaunlichsten ist jedoch, dass sich Emojis nicht mehr nur auf gefühlvolle Gesichtsausdrücke in sonnigem Gelb beschränken. Vielmehr werden inzwischen viele Begriffe aus unserem Alltag mit Symbolen ersetzt. Einkaufslisten im Supermarkt beispielsweise lassen sich heute schon komplett mit Emojis schreiben: 🍇🍌🍅🥒🥔🧅🥕🍖 🧀🥨🥐.

Ein anderes Beispiel für den Fortschritt von Emojis als Kommunikationsmittel sind die Bildchen, die Menschen darstellen: Längst kann die Hautfarbe der Symbolfigur per Mausklick angepasst werden: 👱‍♀‍👱🏻‍♀‍👱🏼‍♀‍👱🏾‍♀‍👱🏿‍♀‍. Das erhöht Vielzahl und Vielfalt um ein Mehrfaches und macht die Emojis auch politisch korrekt.

Die Designer von Emojis reagieren auf Entwicklungen und Veränderungen des Alltags sofort und liefern uns Emojis, die genau diese abbilden. Bestes Beispiel: die Emojis mit Maske, die in Umlauf kamen, als die Maske pandemiebedingt zu unserem alltäglichen Schutzmittel gegen das Sars-Covid-19-Virus und seine Mutanten wurde.

Texten mit Emojis funktioniert nicht

Die Zahl der derzeit nutzbaren Emojis geht in die Tausende. Dennoch lässt sich damit kaum ein richtiger Text verfassen, denn es sind inzwischen deutlich mehr Nomen-Emojis gängig als Emojis, die für Verben und Adjektive stehen. Umso klarer wird aber die Rolle der gefühlvollen Emojis in unserer Schriftsprache: Sie ergänzen diese um die Ebene der Mimik.

Das Zeug zur international verständlichen Weltsprache zu werden, haben Emojis dann aber wohl nicht. Denn ihnen fehlen Grammatik und Morphologie. Syntax bekommt man mit ihnen nicht hin.

Spannende Studienergebnisse zu Emojis

Selbstverständlich beschäftigen sich auch Forscher damit, wie wir Emojis verwenden. So habe man zum Beispiel herausgefunden, dass wir fröhliche Emojis am häufigsten verwenden, es folgen traurige Emojis, Herzen, Handgesten und romantische Darstellungen. Außerdem kämen laut Studien Vorgesetzte oder Kundenbetreuer empathisch rüber, wenn sie im beruflichen E-Mail-Verkehr gemäßigt Emojis verwendeten. Und auch das ergaben Studien: Emojis würden demnach den Grad der Intensität mildern, in der wir negative Nachrichten verstünden.

Zudem haben Sprachexperten bestätigt, dass Emojis unsere alltägliche Kommunikation in zweierlei Hinsicht gestalten:

  1. Sie klären über die Absicht hinter einer Äußerung auf, machen diese damit lesbar und verständlich.
  2. Sie offenbaren die Wertschätzung, die der Absender dem Empfänger entgegenbringt.

Auch wenn Emojis die Kommunikation über Sprachgrenzen hinweg vereinfachen, sie stoßen an ihre Grenzen, denn sie sind eher im Einsatz als mimische Ergänzung, denn als universelle Weltsprache.

Und solange wir eine solche nicht sprechen, sind Dolmetscher und Übersetzer unabdinglich – wer wüsste das besser als wir von Lingua-World! Stellen Sie Ihre Anfrage gerne jetzt direkt: Unsere professionellen Dolmetscher und Übersetzer beherrschen alle Sprachen und Dialekte dieser Welt.

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