Dolmetschen am Krankenbett – mehr gefragt als Medizinerlatein!

Stellen Sie sich vor, sie liegen im Krankenhaus und verstehen nicht oder nur teil­weise, was das Pflegepersonal und die Ärzte Ihnen sagen. Sie können Erklärungen und Anleitungen zur Behandlung nicht folgen und auch keine Nachfragen stellen oder Einwilligungen geben. Was bleibt, sind Unverständnis und Ungewissheit, die die Sorge um die eigene Erkrankung vergrößern und den Heilungsprozess beein­trächtigen. Dolmetscher am Krankenbett können helfen, die Verständnislücke zu überbrücken.

Dass Patient und Arzt (stellvertretend für sämtliche um den Patienten bemühtes Personal im Krankenhaus) einander schlecht oder nicht verstehen, kann mehrere Gründe haben:

  • Der Patient beherrscht die Landessprache nicht. In Deutschland lebten im Jahr 2018 6,2 Millionen Erwachsene, die nicht richtig Deutsch lesen und schreiben konnten. Für mehr als die Hälfte dieser Menschen (52,6 Prozent) sei Deutsch ihre Muttersprache. Von den 47,6 Prozent Menschen mit einer anderen Muttersprache könnten 42,6 Prozent nur schlecht Deutsch lesen und schreiben. Das sind Zahlen der Studie LEO 2018 – Leben mit geringer Literalität“, die das Bundesbildungsministerium förderte. Hinzu kommen auch zahlreiche sogenannte Medizin-Touristen: Ausländer, die sich aus verschiedenen Gründen in einem anderen Land mit ihnen fremder Sprache behandeln lassen.
  • Der Patient ist schwerhörig oder taub. (Erfahren Sie mehr über Schrift­dolmetschen für Hörgeschädigte und Dolmetschen in Gebärden­sprache).
  • Der Patient ist stumm.
  • Der Patient hat aufgrund anderer Erkrankungen oder Handicaps nur (noch) eingeschränkte körperliche Fähigkeiten, zu hören, zu verstehen und/oder zu sprechen.

Die sprachliche Barriere zwischen Arzt und Patient wirkt sich auf beide Seiten aus: Der Arzt braucht ein einerseits Maximum an Wissen zum aktuellen Befinden und zur gesundheitlichen Vorgeschichte seines Patienten, um ihn bestmöglich zu behandeln. Fehlende Informationen können die richtige Behandlung verzögern und schlimmstenfalls zur Verschlechterung der Gesundheit des Patienten beitragen.

Dolmetschen am Krankenbett

Der Arzt trägt andererseits die Verantwortung dafür, dass sein Patient aufgeklärt wird: über seinen Zustand, die Möglichkeiten und Erfolgsaussichten der Behandlung und über die gegebenenfalls damit verbundenen Risiken. Der Patient muss verstehen, worüber er aufgeklärt wird, bevor er in die Behandlung einwilligt. Ist er zum Beispiel in einem Notfall nicht selbst dazu in der Lage, müssen die Angehörigen an seiner Stelle entscheiden. Auch sie müssen der Aufklärung inhaltlich folgen können, um anstehende Entscheidungen zu treffen.

In einer Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin gaben laut der Onlinefachzeitschrift BMC Health Services Research 17 bis 19 Prozent der befragten Ärzte an, dass sie die Kommunikation mit Patienten türkischer Herkunft für unzureichend hielten. Hat ein Arzt Bedenken, dass seine Erklärungen vom Patienten nicht verstanden werden, ist es seine Aufgabe, die Verständnisprobleme zu lösen: Er kann beispielsweise einen Dolmetscher ans Krankenbett holen, der zwischen Arzt und Patient dolmetscht. Alternativ sind Dolmetscher-Apps beziehungsweise sogenannte Video-Dolmetscher denkbar. Denn im Falle eines Haftungsprozesses ist es laut dem Ärzteblatt gegebenenfalls Sache des Arztes, nachzuweisen, dass die Aufklärung zutreffend war und vom Patienten verstanden wurde.

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Was bringt das Dolmetschen am Krankenbett?

Mit dem Dolmetschen zwischen Patienten und Arzt, dem sogenannten Krankenhausdolmetschen, ist beiden Seiten geholfen:

  • Frustrationen, die aus der Sprachdifferenz resultieren, werden abgebaut beziehungsweise kommen gar nicht erst auf.
  • Die Voraussetzungen für ein verständnisvolles Miteinander während der Vorgespräche, der Behandlung, der Nachsorge werden geschaffen.
  • Die Maßnahmen zur Behandlung und Pflege werden beiderseits abgesichert und qualitativ weniger beeinträchtigt.

Laut dem Ärzteblatt hätten darüber hinaus Studien ergeben, dass Patienten, die ihren Arzt nicht verstehen, im Schnitt häufiger unerwünschte Nebenwirkungen erleiden würden und somit die Patientensicherheit für diese Patientengruppe reduziert sei.

Nicht zu vergessen: Die Sprachbarrieren könnten neben den medizinischen Aspekten auch finanziell zu Buche schlagen. Denn sprachlich bedingte Missverständnisse führen mitunter zu extra Besuchen der Patienten in Arztpraxen und Krankenhäusern, was unnötige Kosten verursache.

Sprachkundige Profis am Krankenbett statt Verwandter

Ganz häufig müssen Verwandte, insbesondere Kinder, mit ans Krankenbett, um ihrem Angehörigen über die Sprachbarrieren hinweg zu helfen. Doch das sollte nur im Notfall gemacht werden, raten Experten. Denn die verwandten Dolmetscher sind mit der Aufgabe oft schlichtweg überfordert. Ihnen fehlt als medizinischer Laie nicht nur das Vokabular, sondern auch das Hintergrundwissen, um Sachverhalte verständlich zu übersetzen. Zudem sind sie emotional mit dem Patienten verbunden. Gerade das mache manche Übersetzung intimer Details heikel. Außerdem sei zu befürchten, dass dabei auch Verschiebungen von Familienstrukturen und dort herrschenden Rollen- sowie Machtverhältnissen verursacht würden. Denn der sprachkundige Übersetzer antworte nicht selten direkt auf die Fragen des Patienten und springe somit aus seiner Rolle als bloßer Übersetzer und bevormunde den Patienten.

Dolmetscher am Krankenbett brauchen Sprach- und Medizinkenntnisse

Neben den reinen Sprachkenntnissen und der Fähigkeit zum interkulturellen Diskurs braucht ein Dolmetscher am Krankenbett ein Grundverständnis für die Medizin: sowohl, was Krankheiten und ihre Behandlung betrifft, als auch, was den Ablauf im Krankenhaus angeht. Aus diesem Grund macht es durchaus Sinn, sich bei Bedarf für Dolmetscher am Krankenbett nach Profis umzuschauen, die diese Kompetenzen mitbringen. Es gibt inzwischen zahlreiche Arztpraxen, Kliniken und Krankenhäuser, die zum Beispiel sprachkundige Mitarbeiter aus den eigenen Reihen (auch) als Dolmetscher einsetzen. Sie erfassen dazu schon bei Einstellung die sprachlichen Fähigkeiten der künftigen Kollegen und bilden sie bestenfalls auch für den Einsatz als Dolmetscher am Krankenbett aus/fort. Andere Einrichtungen greifen auf die Dienste externer Profis zurück.

Krankenhausdolmetschen per Videoschalte – Lösung für spezielle Fälle und pandemische Zeiten

Wenn es die spezielle Behandlung eines Patienten oder die Schutzmaßnahmen im Falle einer Pandemie wie die aktuelle Sars-Cov19-Pandemie verbieten, dass ein Dolmetscher persönlich am Krankenbett erscheint, gibt es inzwischen professionelle Dolmetscher, die ihre Dienste als Telefon- oder Videodolmetscher anbieten und trotz der Entfernung Inhalte absolut vertraulich übersetzen.

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