Faszination Sprachen: Kölsch

Pünktlich zum Start der Fünften Jahreszeit machen wir Sie fit dafür, zumindest sprachlich. Wir erklären Ihnen das Kölsch – den sogenannten Dialekt der Kölner und wohl bekanntesten Dialekt des Rheinlands und auch Nordrhein-Westfalens, der unter Sprachwissenschaftlern auch als Sprache gilt: Denn Kölsch hat einen eigenen Wortschatz, eigene Laute und folgt einer eigenen Grammatik. Die Kölner Karnevalssaison, die am 11.11. um 11:11 Uhr startet und mit dem Aschermittwoch am 2.3.21 endet, steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Alles hät sing Zick“. Das ist Kölsch und heißt: „Alles hat seine Zeit“.

In Köln spricht man neben Deutsch auch Kölsch. Oder Kölnisch. Wenn man es denn beherrscht. Doch was ist das Kölsche eigentlich: ein Dialekt oder eine Sprache?

Kölsch: Dialekt oder Sprache?

Das Kölsche gilt als die größte Variante – gemessen an der Zahl der Kölsch Sprechenden – des Ripuarischen und des Zentralripuarischen innerhalb des Mittelfränkischen. Die lokal begrenzte Verwendung spreche dafür, dass es sich beim Kölsch um einen Dialekt handele. Dass das Kölsche einen eigenen Wortschatz und eigene Laute habe und einer eigenen Grammatik folge, seien laut dem LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, aber auch Belege dafür, dass es sich dabei nicht nur um einen Dialekt, sondern zugleich um eine Sprache handele. So enthalte das Kölsche Wort „Sproch“ für „Sprache“ ein offenes „o“, das zum Beispiel das Hochdeutsche gar nicht kenne. Demnach sei das Kölsche Teil der indogermanischen Sprachfamilie.

Wo et jot es do es Kölle

Wo wird Kölsch gesprochen?

Kölsch werde laut dem LVR-Institut in Köln gesprochen, daher gebe es auch die Bezeichnung Stadtkölsch. Mitunter spreche man es auch noch im Umland der Stadt (sogenanntes Landkölsch), wobei es sich meist um Varianten vom städtischen Kölsch handele. Die Unterschiede seien fein, aber da:

So sagen die Städter zu Fleisch „Fleysch“ und zu „heiß“ „heyß“, während die Menschen im Umland eher von „Fleesch“ und „heeß“ sprechen.

Die Wikipedia erklärt, dass die Entwicklung, die das Stadtkölsch durchmache, sich erst verzögert im Landkölsch durchsetze. Kennzeichnend für den Wandel, den das Kölsch erfahre, sei demnach, dass es sich auf das Hochdeutsche zu bewege. Dafür würde laut Sprachanalysen unter anderem sprechen, dass das Kölsche alte Wortstämme und Formen ablege. Auch die Grammatik verändere sich: Ein Vergleich zeige, dass die Zahl der Konjugationen sich im Zeitraum zwischen 1877/1905 (435 Konjugationen) und 2005 (212 Konjugationen) mehr als halbierte.

Kölsch schafft lokale Identität

Auf seiner Internetseite schreibt das LVR, dass das Kölsche ein nahezu unverzichtbares Element der lokalen Identität sei. Seine Loyalität zu und Verbundenheit mit dem Ort drücke man in Köln aus, indem man Kölsch spreche – ganz gleich, ob man es als Symbolsprache nutze oder zur Kommunikation im Alltag. Kölsch besitze demnach einen hohen emotionalen Wert. Es gebe sogar eine „Akademie för uns kölsche Sproch„. Die zugehörige Internetseite ist auf den ersten Blick eine Fundstelle für alle, die sich Kölsch beschäftigen möchten. Es gibt dort eine Kölsche Liedersammlung, ein Online-Wörterbuch und eine Online-Bibliothek.

Gibt es im Kölsch noch Muttersprachler?

Das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte schreibt auf seiner Internetseite, dass es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch zahlreiche Kölsch-Muttersprachler gegeben habe. Über die heutigen Kölsch-Sprecher heißt es in dem Bericht, dass die meisten von ihnen wohl Standarddeutsch und Kölsch nebeneinander oder sogar nacheinander, erst Hochdeutsch, dann die „kölsche Sproch“, erlernt hätten. Demnach sei Kölsch inzwischen eher als Zweitsprache denn als Muttersprache („Muttersproch“) zu bewerten.

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Kölsch lernen

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Kölsch-Kurse, zum Beispiel für Einsteiger oder für Grundschullehrer, bietet die bereits erwähnte Akademie an.

Besonderheiten der Kölschen Grammatik

Einen Kasus wie den Genitiv aus dem Hochdeutschen kenne das Kölsche nicht, schreibt die Akademie weiter. So sage der Kölsch Sprechende nicht „meines Freundes Bruder“, sondern „der Broder vun mingem Fründ“ oder „mingem Fründ singe Broder“. Wobei dieser „kölsche Genitiv“ nur dann so gebildet werde, wenn es sich um eine Person als Substantiv handele.

Das Kölsche komme laut der Wikipedia zudem ohne das vergleichende „als“ aus. Stattdessen benutze es das „wie“.

Spannend ist auch, dass es im Kölschen demnach sogenannte Verlaufsformen gibt:

  • für begrenzt Andauerndes und Änderbares: Er schläft gerade. ⇨ Hä es am Schlofe.
  • für Andauerndes: Er kocht gerne. ⇨ Hä deit jään koche.

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