Videospiele: Gamersprache lernen und verstehen

Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2023

Im Jahr 2022 hatte fast jeder dritte deutsche Haushalt mindestens eine Spielekonsole (28,9 Prozent 1). Mehr als jeder Zweite (53 Prozent 2) hierzulande spielt zumindest hin und wieder Computer- oder Videospiele. Damit spricht über die Hälfte der Deutschen die Gamersprache. Erfahren Sie hier Wissenswertes zur Gamersprache und ihrem charakteristischen Vokabular, das in der Gaming-Community als Gamer-Slang und Gamer-Jargon bekannt ist.

Das englische Wort Game heißt auf Deutsch: „Spiel“. Spieler sind entsprechend „Gamer“. Gamer kommunizieren untereinander in einer speziellen Sprache: der Gamersprache.

Was ist Gamersprache?

Die deutsche Gamersprache, wie sie in der DACH-Region, also in den deutsch­sprachigen Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen wird, hat ihren eigenen Wortschatz: Begriffe und Abkürzungen, die nur Gamer verstehen und verwenden. Dabei handelt es sich – entgegen der verbreiteten Annahme – nicht nur um ein Deutsch plus verschiedene englische Gaming-Ausdrücke, also sogenanntes Spieler-Denglisch.

Bliebe es lediglich beim Deutschen, ergänzt mit Fachbegriffen und Ausdrücken aus der Gamingwelt, könnte man die Gamersprache auch als eine deutsche Fachsprache betrachten, ähnlich dem Juristendeutsch, Medizinerdeutsch oder Wirtschaftsdeutsch. Doch Gamer benutzen nicht nur ihr Gamervokabular. Sie kommunizieren auch mit eigenem Satzbau, in speziell variierender Lautstärke, treffen ihre eigene Wortwahl und entwickeln eigene Strukturen für die Interaktion.

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Gamersprache

Wie hat sich die Gamersprache entwickelt?

Mit den Videospielen hat sich auch die Gamersprache entwickelt. Anfangs saß man als Gamer allein vor einem Spielgerät und spielte ein sogenanntes Singleplayer-Spiel. Dabei lernte man die Gamersprache über die Hardware und die Spiele.

Dann kamen Spiele für mehrere Spieler auf, sogenannte Multiplayerspiele, – und plötzlich saß man zu zweit, zu dritt oder zu viert vor dem Gerät und spielte miteinander und/oder gegeneinander. Jeder Gamer sah, hörte, roch und fühlte seine Mit- und/oder Gegenspieler und konnte mit seinen verschiedenen Sinnen live – und vor allem: außerhalb des Games – auf alles reagieren, was von den anderen gesagt oder getan wurde. Das Gaming war ein gemeinsames Event mit der Familie, mit Freunden und Bekannten in einem bekannten, begrenzten und geschützten Raum.

Mit dem Internet änderte sich diese Gaming-Szenerie grundlegend. Die Gamer sind wieder eher alleine an ihren Gaminggeräten – verbunden über das Internet. Der Kreis der Menschen, mit denen man spielen kann, umfasst inzwischen jeden weltweit mit Internetanschluss und Zugang zur Spielewelt.  Man spielt zwar zusammen, ist aber nicht mehr zusammen. Man sieht sich nicht mehr, riecht sich nicht mehr und man spürt sich nicht mehr. Man hört sich nur noch. Damit sich das Zusammenspiel über die Distanz dennoch genauso gemeinsam anfühlt, wie das Beieinandersitzen und Miteinanderspielen früher, mussten die Hard- und Software-Anbieter auch entsprechende Kommunikationssysteme entwickeln, die Nähe schaffen.

Kommuniziert wird heute über integrierte (Voice-)Chats, Direktnachrichten, Gruppenchats, Ping-Systeme oder nonverbal mit dem Tun und Lassen im gemeinsamen Spiel. In manchen Spielen hört man sämtliche Mitspielende, in anderen nur die, die in der Spielewelt in Hörweite sind. Dann ist der zugehörige Sprachchat diegetisch ausgelegt und Teil der Spielewelt.

Die Spielewelt wurde zudem vielfältiger und komplexer. Vor allem aber wurde sie schneller. Wer sich online als Team findet und fürs Spielen verbündet, braucht dafür eine zum Spieltempo passende schnelle Kommunikation für strategische Absprachen. Weil ein textbasierter Austausch den Fokus der Gamer zu sehr vom Game auf den Text lenkt, so dass dieser seine Konzentration auf und seine Kontrolle über das Spiel einschränken muss, entwickelte sich eine sehr effiziente Gamersprache mit viel Inhalt (Content) in wenigen Buchstaben.

Ein Wort, eine Abkürzung oder ein Akronym, also ein Kurzwort, das aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildet wird, drückt ganze Spielaktionen aus. Wer nicht Teil der Spielewelt ist und die Gamersprache nicht spricht, versteht nicht, was gesagt und geschrieben wird. Zum noch schnelleren Kommunizieren bieten manche Spiele vorgefertigte Sprachbausteine an, die man mit einer Aktion aktiviert. Mit Emojis drückt man seine Stimmung aus. Wertschätzung kann mit Geschenken (Punkten, Ausrüstung) oder über entsprechende Gestiken der Spielfiguren gezeigt werden.

Gamersprache vs. Gamesprache: Wo ist der Unterschied?

Game ist nicht gleich Game. Die Spielewelt variiert von Spiel zu Spiel. Jedes Game hat somit Vokabeln für seine Spielspezifika. Daraus resultiert eine spezifische Gamesprache. Die Gamesprache ist Teil der Gamersprache. Wie jede andere Sprache verändert sich auch die Gamersprache kontinuierlich.

Wie kann man Gamersprache lernen?

Die beste Möglichkeit, die Gamersprache zu lernen, ist die: „Learning by gaming“. Das heißt, übers Spielen die Spielsprache und die Spielersprache zu lernen. Zudem gibt es die Möglichkeit, anderen Gamern beim Spielen zuzuschauen, ohne selbst zu spielen. Sogenannte „Let’s Plays“ sind Videos, in denen Gamer zeigen, wie sie ihr Game spielen – und zugleich kommentieren. Was eigentlich dazu gedacht ist, Spiele und Spielstrategien zu zeigen und zugleich zu unterhalten, kann auch zum Erlernen der Gamesprache und Gamersprache dienen.

Gamersprache: Diese 13 Begriffe sollten Sie kennen!

Gaming-Wörterbücher und Lexika für den Gamer-Jargon finden Sie offline und online zuhauf. Wir haben hier 13 gängige Begriffe der Gamersprache von A bis Z für Sie zusammengetragen, die Sie kennen sollten:

  1. AFK steht für den englischen Ausdruck „away from Keyboard“, auf Deutsch: „weg von der Tastatur“. Das sagt oder schreibt der Gamer zum Beispiel, wenn er kurz aussetzen möchte (inaktiv) oder mal aufs Klo muss.
  2. Buff meint das Verstärken einer Waffe oder Fähigkeit. NERF ist das Gegenteil: schwächen.
  3. Campen beschreibt ein „auf der Lauer liegen“ abseits vom aktuellen Geschehen.
  4. DLC ist „downloadable content“, also „herunterladbarer Inhalt“. Dazu gehören beispielsweise Updates.
  5. Easter Eggs“ („Ostereier“) sind Boni, die wie Ostereier in der Spielewelt versteckt werden.
  6. GG ist ein „good game“ und dient als Abschiedsgruß an die Mitspielenden.
  7. Wer kitet, sorgt für Abstand zum Gegner, um diesen auch in Bewegung noch angreifen zu können.
  8. Schwächelt die Internetverbindung, so dass das Spielen beeinträchtig ist, hat man ein Lag.
  9. NPC ist ein „non-playable character“, also ein Charakter, der nicht spielbar ist.
  10. Ein OHKO ist ein „one hit knockout“, also das Ausschalten eines Gegners mit nur einem Treffer.
  11. OTW steht für „on the way“, auf Deutsch: „auf dem Weg“, und ist eine Mitteilung darüber, dass du schon in der Nähe bist.
  12. Ein SKIN ist die spezifische Optik einer Figur.
  13. Mit WP für „well played“ („gut gespielt“) drückt man seine Wertschätzung aus.

Sie sehen, der Gamer-Slang folgt eigenen Regeln und hat einen eigenen Wortschatz! Falls Sie Content brauchen, der sich an deutsche Gamer richtet, müssen Sie diesen in Gamerdeutsch verfassen.

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