Wie lange brauchte Martin Luther, um die Bibel zu übersetzen?

Die Bibel gilt als das meistübersetzte Buch der Welt. Sie wurde bislang ganz oder teilweise in 3.435 Sprachen übertragen (Quelle: Wikipedia, Stand: Anfang 2021) – und das in einem steten Prozess, der bereits 250 v. Chr. begann. Für die Übersetzung der Bibel ins Deutsche ist der Augustinermönch und Theologie­professor Martin Luther (1483 bis 1546) bekannt. Wie lange brauchte er fürs Übersetzen seiner Lutherbibel und wer hat ihm dabei geholfen? Wie ging Luther beim Übersetzen der Bibel vor? Welche Bedeutung hat die Lutherbibel für die deutsche Sprache? Das sind Fragen, die wir Ihnen hier beantworten.

Wer hat die Bibel geschrieben?

Die Religionswissenschaften, insbesondere die Bibelforscher, gehen heute davon aus, dass schon zu Lebzeiten von Jesus von Nazareth davon berichtet worden sei, was er an Aussprüchen und Gleichnissen kundtat. Nach seinem Tod sollen es die Apostel gewesen sein, die von ihm und der Auferstehung des Gottessohnes kündeten. Aus den Berichten und Geschichten, die von Mund zu Mund wanderten, entstand eine zunehmend umfangreicher und ausführlicher werdende Über­lieferung: das Evangelium, das erstmals um 70 n. Chr. niedergeschrieben worden sei, angeblich von einem Mann namens Markus. Laut der Wissenschaft ist ein Brief des Paulus allerdings das wohl älteste Schriftstück des Neuen Testaments, der auf 50 n. Chr. datiert wird.

Bis 140 n. Chr. sollen dann alle Schriften des späteren Neuen Testaments geschrieben worden sein. Noch unsortiert. Bis Marcion, ein reicher Reeder vom Schwarzen Meer einen ersten Bibelentwurf vorlegte, in dem er sich bewusst vom Judentum löste, wofür er aus der gerade im Entstehen begriffenen Katholischen Kirche ausgeschlossen wurde. Schließlich fußte der Glaube der frühen Anhänger Jesu auf jüdischer Tradition.

Lutherbibel

Erst 200 Jahre später, 367 n. Chr. wurden die biblischen Texte von Theologen in die Bibelform gebracht, die bis heute gilt.

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Wie lange hat Martin Luther gebraucht, um die Bibel ins Deutsche zu übersetzen?

Die religiösen Texte, die Martin Luther übersetzte und damit die sogenannte Lutherbibel schuf, lagen ihm bereits teilweise ins Deutsche übertragen vor. Denn die einst in der antiken Sprachen Hebräisch und Aramäisch niedergeschriebenen Originale des jüdischen Glaubens (Tora), wurden schon seit etwa 250 v. Chr. in andere Sprachen übersetzt – die älteste überlieferte Übersetzung eines Bibelteils ins Althochdeutsche soll aus dem frühen 9. Jahrhundert stammen.

Bis Martin Luther sich an die Übersetzung der Bibel machte, soll es laut der Wikipedia bereits rund siebzig deutsche Übersetzungen von Teilen der Bibel gegeben haben. 1522 legte er eine Übersetzung des Alten Testaments vor. Die übersetzte Lutherbibel folgte 1534. Er brauchte demnach zwölf Jahre für die Bibelübersetzung. An dieser feilte er noch bis kurz vor seinem Tod. Ein Name, der als helfender Freund immer wieder auftaucht ist Philipp Melanchthon, ein Professor der griechischen Sprache.

Was macht die Luthers Bibelübersetzung so bedeutsam?

Luthers Idee war es, die Heilige Schrift so zu übersetzen, dass sie auch das einfache, wenig gebildete Volk in der ihm eigenen Muttersprache lesen konnte. Denn dieses hatte bislang keinen wirklichen Zugang zu den Übersetzungen in Griechisch und Latein. Und die deutschen Übersetzungen waren nie geschlossen, nie frei zugänglich und sehr schwer zu verstehen, da ihre Sprache alles andere als volksnah war.

Eine Bibel für alle – die wollte Luther schaffen. Das gelang ihm mit der Lutherbibel. Für die er die ihm vorliegenden Übersetzungen (Deutsch, Hebräisch, Griechisch) der Bibel nicht nur in eine verständliche deutsche Form brachte, sondern diese auch so auslegte, dass die Menschen sich mit ihren Erfahrungen die sprachlichen Bilder darin ausmalen konnten. Das heißt, dass Luther die fremdsprachigen oder klerikalen Texte auch lokalisierte, indem er Sprachbilder an die Lebenswelt seiner Mitbürger anpasste. Das zeichnete ihn aus und bis heute ist das sein größter Verdienst. Er gilt damit als einer der Vorreiter der Literatur-Übersetzung, als einer der erfolgreichsten Literaturübersetzer.

In welcher Sprache verfasste Martin Luther die Lutherbibel?

Martin Luther verfasste seine Lutherbibel nicht in einem damals üblichen Schriftdeutsch, sondern schrieb sie dem Volk auf den Mund, indem ein mündlich gesprochenes Deutsch dafür nutzte. Sein Hintergedanke: Der Text der Bibel ist nicht zum stillen Lesen gedacht gewesen, sondern zum einander Vorlesen.

Religions- wie Sprachforscher sind sich darin einig, dass Martin Luther mit seiner Übersetzung der Bibel das Hochdeutsche begründete.

Welche deutsche Bibelübersetzung kommt dem Urtext am nächsten?

Diese Frage beantwortet die Wissenschaft mit der sogenannten Elberfelder Bibel. Sie erschien zum ersten Mal im Jahr 1855 (Neues Testament) und 1872 (Altes Testament). Sie gilt als besonders begriffsnah und texttreu. Ihre Verfasser, als einen Initiator der Übersetzung nennt die Wikipedia Carl Brockhaus, versuchten beim Übersetzen, die Inhalte der Urtexte aus dem Hebräischen, Aramäischen und Griechischen möglichst unverfälscht und ohne theologische Interpretation auf Deutsch festzuhalten. Der Preis dieser Nähe zum Urtext ist die weniger eingängige Sprache, in der die Elberfelder Bibel daherkommt.

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