Unübersetzbar – wenn es keine Übersetzung gibt

Immer wieder sitzen Übersetzer an einem Text und stoßen auf ein Wort, das sich nicht übersetzen lässt. Das deutsche Wort hat kein Gegenstück in der Sprache, in die es übersetzt werden soll. Was tun?

Stößt ein Übersetzer auf ein deutsches Wort, dass es in der Zielsprache nicht gibt, dann heißt das noch längst nicht, dass das Wort unübersetzbar ist. Es gibt dann lediglich kein einzelnes Wort, mit dem es sich übersetzen lässt. Was tut ein Übersetzer in diesem Fall?

Diese Frage beantwortete Susanne Borgwaldt der Wochenzeitung Zeit: Die Sprachwissenschaftlerin, auch Linguistin genannt, die an der Universität Bamberg arbeitet, erklärte, dass der Übersetzer dann mehrere Wörter oder sogar einen ganzen Satz benutze, um den “unübersetzbaren” Begriff zu erklären.

Als Beispiel nennt Susanne Borgwaldt der Zeitung den Begriff “Schadenfreude”. Für den gebe es im Großteil der Fremdsprachen kein passgenaues Gegenstück. Und so sei der Übersetzer gezwungen, eine Erklärung für das deutsche Wort Schadenfreude zu finden. Zum Beispiel: die Freude, die jemand empfinde, der anderen Schaden zugefügt habe oder beobachte, wie diese zu Schaden kämen. Und weil zum Beispiel die englische Sprache kein einzelnes eigenes Wort für Schadenfreude habe, gleichwohl deren Sprechern das Gefühl nicht unbekannt sei, benutze so mancher englischsprachige Muttersprachler das deutsche Wort Schadenfreude dafür.

Unübersetzbar?

Der Begriff “Schadenfreude” wurde demnach einfach aus dem Deutschen ins Englische übernommen. Unübersetzt. Solche übernommenen Wörter heißen in der Sprachforschung “Lehnwörter”. Spannend ist, dass ein Lehnwort übernommen und dann häufig in der Aussprache an die übernehmende Sprache angepasst wird. So ist mitunter kaum zu merken, dass das Lehnwort ursprünglich nicht zur übernehmenden Sprache gehörte.

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Weitere Wörter, die es nur im Deutschen geben soll

Die Zeit erklärt an anderer Stelle 19 Wörter, die es nur im Deutschen gibt, darunter: Abendbrot, Brückentag, Erklärungsnot, Fernweh, Fingerspitzengefühl, Fremdschämen, Geschmacksverirrung, Kopfkino, Kummerspeck, Schnapsidee, Torschlusspanik, verschlimmbessern, Vorfreude, Weltschmerz.

Ein Grund für jede Menge “unübersetzbare Wörter” im Deutschen könnte der sein: Unsere Grammatik erlaubt es uns, einen längeren Begriff aus mehreren Wörtern verschiedener Wortarten zu bilden, um eine komplizierte Sache zu beschreiben. Die meisten anderen Sprachen bräuchten dafür mehrere Wörter. Die meisten der oben genannten Beispiel sind solche Komposita.

Deutsche Wörter als Lehnwörter in anderen Sprachen

Es gibt eine ganze Reihe deutscher Wörter, die Karriere als Lehnwörter gemacht haben, manche sogar in mehreren Sprachen:

  • Deutsche Lehnwörter im Englischen

Angst, Autobahn, Berufsverbot, Blitzkrieg, Bratwurst, Kindergarten, Sauerkraut, Marzipan, Pils, Weltschmerz, Wirtschaftswunder

  • Deutsche Lehnwörter im Französischen

Biedermeier, Blitzkrieg, Diktat, Gemütlichkeit, Jugendstil, Rollmops, Stollen, Sturm und Drang, Waldsterben, Zeitgeist.

  • Deutsche Lehnwörter im Hebräischen

Dackel, Dübel, Feinschmecker, Isolierband, Kohlrabi, Kugellager, Schluck, Schnitzel, Schwung, Spachtel, Stecker, Strudel, Zimmer

Lehnwörter aus anderen Sprachen im Deutschen

Umgekehrt nutzen auch wir im Deutschen Lehnwörter aus anderen Sprachen. Besonders viele kommen übrigens aus dem Arabischen, Englischen, Französischen, Jiddischen und Lateinischen.

  • Lehnwörter aus dem Arabischen im Deutschen

Admiral, Giraffe, Karaffe, Matratze, Safran, Sofa

  • Lehnwörter aus dem Englischen im Deutschen

Abturnen, Backup, e-Banking, Fan, Fashion, Gag, Nerd, Sandwich

  • Lehnwörter aus dem Französischen im Deutschen

Allee, Attacke, Charme, Dessert, Engagement, Invasion, Markise, Recherche

  • Lehnwörter aus dem Jiddischen im Deutschen

Bammel, betucht, blau machen, geschlaucht, Hals- und Beinbruch, schachern, Schlamassel, Zoff

  • Lehnwörter aus dem Lateinischen im Deutschen

Advent, Antik, Fenster, Kammer, Kanal, Lampe, Straße

Es gibt in jeder Sprache Wörter, die nicht mit einem Wort übersetzen lassen. Im Internet kursieren diverse Listen solcher Wörter, die diese erklären. Eine Liste mit besonders schönen Beispielen aus vielen Sprachen liefert die Süddeutsche Zeitung.

Professionelle Übersetzer und Dolmetscher, die rund um die Welt für uns arbeiten, sind Muttersprachler und haben neben den Sprachkenntnissen auch das nötige kulturelle Wissen, um jedes Wort, jedes Gefühl so zu übertragen, dass es richtig verstanden wird.

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