Was würden wir ohne Übersetzer lesen?

Welches Buch lesen Sie gerade? Können Sie seinen Autoren benennen? Was wissen Sie über ihn? Handelt es sich bei dem Buch um eine Übersetzung? Wissen Sie, wer es übersetzt hat? Während die meisten von Ihnen die Fragen zu den Autoren wohl beantworten können, gilt dies für die Übersetzer der Bücher längst nicht. Dabei sind sie es, die uns das Lesen erst ermöglichen!

Ohne Übersetzer müssten wir auf viele Werke der Literatur verzichten, solange wir nicht die Sprache beherrschen, in der sie verfasst worden sind. Die Inhalte vieler Bücher blieben nur denen vorbehalten, die die Sprache der Autoren sprächen und verstünden. Ohne Übersetzer gäbe es demnach keine Literatur, die sprachliche und damit zumeist auch kulturelle Grenzen überschreiten würde. Die Literatur fände keine fremdsprachigen Leser. Sie bliebe sprachregional und könnte lediglich sprachregional an Bedeutung gewinnen.

Damit fehlten der Literatur zwei wichtige Voraussetzungen, um zur Weltliteratur zu werden. Diese Kategorie gäbe es ohne Übersetzer schlichtweg nicht.

Was ist Weltliteratur?

Einst kam der Begriff “Weltliteratur” auf, um Literatur zu benennen, die der “Mann von Welt” gelesen haben sollte. Der deutsche Dichter, Übersetzer und Herausgeber Christoph Martin Wieland (1733 bis 1813) soll den Begriff erstmals benutzt haben.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832), von dem berichtet wird, dass er nicht nur die Fremdsprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Griechisch, Latein und Hebräisch sprechen und lesen konnte, sondern auch deren Dichtkunst verstand, prägte den Begriff “Weltliteratur” ab 1827 in seiner Zeitschrift “Über Kunst und Altertum” um und füllte ihn mit der Bedeutung, die wir bis heute mit dem Begriff verbinden: Goethe verstand unter “Weltliteratur” – in Abgrenzung zur “Nationalliteratur” – die Literatur der Franzosen, Italiener, Deutschen, Engländer und Schotten, die aus einem übernationalen, kosmopolitischen Geist heraus entstand. So zumindest schreibt es die Wikipedia. Er muss sich damit allerdings den Vorwurf gefallen lassen, Literatur eurozentrisch bewertet zu haben.

Keine Weltliteratur ohne Übersetzer

Heute ließe sich der Begriff “Weltliteratur” der Wiki zufolge auf zweierlei Weise definieren, auch wenn diese Definitionen nicht immer klar voneinander zu trennen seien:

  • Bei der qualitativen Begriffsdefinition gehe man mit dem “Kanon der Literatur” davon aus, dass die internationale Verbreitung eines literarischen Werks allein noch nicht genüge, um es der Weltliteratur zuzuordnen. Ausschlaggebend seien vielmehr der künstlerische Wert des Werks und der Einfluss, den es auf die Entwicklung der weltweiten Literatur nähme. Voraussetzungen dafür seien neben der Verständlichkeit auch die Übersetzbarkeit der Werke. Nicht zuletzt trügen Inhalte über den Lesern bekannte soziale Verhältnisse und Weltanschauungen dazu bei, dass diese zur Weltliteratur avanciere.
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg revidierte der französische Literaturwissenschaftler René Etiemble den Begriff Weltliteratur fundamental, ist bei der Wiki weiter zu lesen. Denn er deutete ihn quantitativ. Weltliteratur sei demzufolge die Gesamtheit der Literatur weltweit.

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Ohne Übersetzer gäbe es keine Weltliteratur

Mit den beiden Dichtern Wieland und Goethe haben wir Beispiele für Schöpfer literarischer Werke benannt, die dank ihrer für ihre Zeit herausragenden Sprachkenntnisse zugleich die Übersetzung ihrer Werke vornehmen konnten. Oder diese gar gleich in der Fremdsprache verfassten. Solche Sprachgenies gab es immer und gibt es bis heute. Die Mehrzahl der Autoren jedoch schreibt zunächst in ihrer Muttersprache und oft erst dann, wenn die Werke großen Zuspruch erfahren und/oder sich Interesse aus dem fremdsprachigen Ausland daran regt, werden diese übersetzt.

Literatur übersetzen – wie viel Original steckt in der Übersetzung?

Jeder, der neben seiner Muttersprache eine fremde Sprache – mitunter reicht sogar ein fremder Dialekt, um den Effekt zu merken – lernt, erlebt, dass sich Sprache kaum 1:1 übersetzen lässt. Vielmehr geht es darum, mit der Übersetzung dieselben Informationen und Gefühle auszudrücken, die in den Worten des Verfassers stecken beziehungsweise die diese im Leser wecken sollen. Literaturübersetzer sind damit ebenso kreativ wie die Autoren der zu übersetzenden Literatur. Sie benötigen neben den Sprachkenntnissen der Ausgangs- und Zielsprache auch ein feines Sprachgefühl sowie sprachkulturelles Wissen. Außerdem sollten sie den Autoren und das, was ihn bewegt, so gut kennen, dass sie in der Lage sind, das mit zu übersetzen, was dieser zwischen seinen Zeilen ausdrückt. Ihr Interpretationsvermögen ist von großer Bedeutung für den Erfolg der Übersetzung – der daran gemessen wird, wie diese bei ihren Lesern ankommt.

Im Grunde könnte man also schreiben, dass unsere Weltliteratur von Übersetzern geschrieben ist. Grund genug, die Arbeit der Übersetzer unserer Literatur mehr zu würdigen, oder?

Unser Vorschlag: Nehmen Sie sich beim Aufschlagen Ihrer Lektüre künftig die Zeit und schauen Sie nicht nur auf den Namen des Autoren, sondern auch auf den des Übersetzers, so denn einer am Werke war. Und wenn Sie einer der Leser sind, die sich persönlich an Autoren wenden, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, dann erwähnen Sie zumindest, dass Ihnen klar ist, dass es sich bei dem Werk um eine Übersetzung gehandelt hat. Allzu oft streicht ein Autor den gesamten Ruhm für sein Werk alleine ein. Sei’s er ihm gegönnt! Doch ebenso gebührt dieser dem Übersetzer, ohne den wir das Buch des Schriftstellers nicht hätten lesen können.

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