Faszination Sprachen: Japanisch

In unserer Reihe stellen wir Ihnen heute die faszinierende Sprache Japanisch vor. Sie erfahren Wissenswertes und Bemerkenswertes zur Sprache und zu ihrem Gebrauch. Außerdem zeigen wir Ihnen mit einer Liste von Ausdrücken, die es nur im Japanischen gibt, wie schön Japanisch ist.

Und damit geht es auch schon los: Kein Japaner sagt, dass er „Japanisch“ spricht. Denn auf Japanisch heißt Japan „Nippon“ beziehungsweise „Nihon“, wobei „ni“ für Sonne oder Tag steht und „pon“ für „Anfang“. „Nippon“ lässt sich demnach mit dem Ausdruck „Land der aufgehenden Sonne“ ins Deutsche übersetzen. Eine empfeh­lenswerte und sehr ausführliche Herleitung der deutschen Bezeichnung „Japan“ für Nippon finden Sie auf dem Internetportal Voyapon. Japanisch wiederum heißt auf Japanisch „Nihongo“.

Japanisch: Wissenswertes & Bemerkenswertes

Die folgende Liste „Wissenswertes zu Japanisch“ enthält spannende Fakten zur japanischen Sprache.

1. Japaner schreiben chinesische Zeichen!

Die Japaner verwenden chinesische Schriftzeichen. Die einzelnen Zeichen bilden nicht nur Laute ab, sondern besitzen jeweils eine eigene Bedeutung. Allerdings haben die Japaner die von China übernommenen Schriftzeichen mit phonetischen Kana-Zeichen ergänzt.

2. Japanisch wurde bis zur Übernahme der chinesischen Zeichen mündlich überliefert!

Bevor die Japaner sich der chinesischen Schriftzeichen bedienten, wurde Japanisch nur gesprochen.

3. Ein Laut – viele Bedeutungen!

Japanisch ist eine Sprache mit vielen sogenannten Homophonen. Das sind Wörter mit demselben Klang und unterschiedlicher Bedeutung. Im Deutschen kennen wir beispielsweise „Pferd“ und „fährt“, „Meer“ und „mehr“ oder „Mahl“ und „Mal“.

Japanische Kirschblüte

4. Japanisch ist (k)ein Sprachisolat!

Lange galt das Japanische als eine Sprache, die mit keiner anderen auf der Welt verwandt ist. Sprachwissenschaftler (Linguisten) sagen dazu auch „Sprachisolat“. Aktuell diskutiert man jedoch eine Verwandtschaft des Japanischen mit dem Koreanischen und die „Sprachfamilie Japanisch“.

5. Japanisch hat keinen Plural

Das Japanisch kennt keine Pluralform. Häufig wird der Singular benutzt. Oder es kommt eine vorangestellte Kombi mit Zahl oder Zähler oder angehängtem Pluralwort zum Einsatz. Oft ergibt erst der Kontext die Menge.

6. Japanisch wird sehr schnell gesprochen!

Laut einer Studie der Universität Lyon sprechen die Japaner schneller als die Engländer, Franzosen, Deutschen, Italiener, Chinesen und Spanier, wenn es danach geht, wie viele Silben sie bei gleichem Informationsgehalt eines Textes pro Sekunde sprechen. Zum Artikel auf Time.com

7. Japanisch hat drei Schriftsysteme!

Die Japaner verwenden drei (mit dem lateinischen sogar vier) Schriftsysteme: Kanji, Hiragana, Katakana. Die drei japanischen Schriftsysteme kommen kombiniert in ein und demselben Text vor: Kanji und Hiragana zum Bilden von Wörtern und Sätzen, Katakana zur Betonung und bei Lehnwörtern aus anderen Sprachen. Womit wir schon beim nächsten Punkt sind:

8. Japanisch hat viele deutsche Lehnwörter!

Das Deutsche galt bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 als zweitwichtigste Wissenschaftssprache in Japan. Entsprechend viele deutsche Lehnwörter gibt es im Japanischen – unsere 12 Lieblinge sind diese:

  • „arubaito“ für „Arbeit“ im Sinne eines Nebenjobs,
  • „autobān“ für „Autobahn“,
  • „baumukūhen“ für „Baumkuchen“,
  • „dakkusufunto“ für „Dackel“,
  • „dopperugengā“ für „Doppelgänger“,
  • „Enerugī“ für „Energie“,
  • „gipusu“ für medizinischen „Gips“,
  • „yanma“ für „Jammer“,
  • „kirushuwassa“ für „Kirschwasser“,
  • „kuranke“ für „Kranker“, „Patient“,
  • „torute“ für „Torte“ und
  • „zawākurauto“ für „Sauerkraut“
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9. Japan hat eine eigene Höflichkeitssprache!

Der höfliche, respektvolle Umgangston ist in Japan von so großer Bedeutung, dass es sogar eine eigene Höflichkeitssprache gibt: „Keigo“, auf Deutsch: „respektvolle Sprache“. Diese ist umfangreich und beinhaltet einen speziellen Wortschatz und eigene grammatikalische Formen. In „Keigo“ drücken die Japaner unter anderem aus, wie sozial nahe oder distanziert sie zueinander stehen beziehungsweise, welche Unterschiede oder Ähnlichkeiten im sozialen Rang es gibt. Von „Keigo“ gibt es drei Höflichkeitsformen, die je nach sozialer Beziehung und Hierarchie angewendet werden:

  • Teineigo“ (höfliches „Keigo“) meint die alltägliche Höflichkeitsform, ähnlich unserem deutschen „Sie“ gegenüber Fremden oder Kollegen. Im TV moderieren die Moderatoren in „Teineigo“.
  • „Sonkeigo“ ist die Respektsssprache gegenüber einem höher gestellten Gesprächspartner (Vorgesetzter) oder einem Kunden im Geschäft. Sonkeigo zeigt die Hierarchie zwischen Gesprächspartnern auf. Spannend: Angestellte erlernen in Japan oft die korrekte Anwendung vom Sonkeigo extra.
  • „Kenjōgo“ gilt als die „Bescheidenheitssprache“, in der man von sich spricht, wenn man eigenes Handeln gegenüber anderen, zum Beispiel Geschäftskunden, beschreibt. Beispielsweise spricht ein Firmenmitarbeiter mit einem Kunden in der Sprachform „Kenjōgo“ über seine eigene Firma.

10. Japanische Grammatik kennt keine Geschlechter!

Die japanische Sprache lässt sich in Ermangelung von geschlechtsanzeigenden Artikeln und grammatikalischen Geschlechtern nicht gendern. Spielt das Geschlecht eine Rolle, muss das gesagt werden.

11. Japaner malen Laute, wenn sie Gefühle ausdrücken wollen!

Um Gefühle auszudrücken, nutzen die Japaner auch Lautmalereien, oft in Kombi mit dem Verb „suru“ für „tun“ oder „machen“.

12. Das sind 10 wichtige japanische Floskeln!

Mit den folgenden 10 wichtigen Floskeln kommen Sie in Japan weiter:

  1. „Guten Morgen!“: „ohaiyou gozaimasu“
  2. „Guten Tag!“: „konnichiwa
  3. „Guten Abend!“: „konbanwa
  4. Am Telefon: „moshi moshi“
  5. „Danke!“: „arigatou gozaimasu“ (formell), „domo arigatou““ (informeller), „domo“und „arigatou“ (informell)
  6. Spezielle Höflichkeitsform: „yoroshiku onegaishimasu“ (Bedeutung: „Seien Sie bitte gütig zu mir!“, Verwendung: „Es freut mich, Sie kennenzulernen!“)
  7. “Viel Glück“ und „Weiter so!“: „gambatte“ und „gambarimasu“ (Antwort)
  8. „Bis Später“ und „Pass auf Dich auf“: „ittekimasu“ und „itterasshai“ (Antwort)
  9. „Guten Appetit“: „itadakimasu“
  10. „Geschafft!“ oder „Hurra!“: „yatta“

Japanische Wörter, für die es keine direkte deutsche Übersetzung gibt

Wie versprochen wollen wir Sie auch mit einigen faszinierenden japanischen Wörtern bekannt machen, für die es keine direkte deutsche Übersetzung gibt:

  1. Tsundoku ist das japanische Wort dafür, dass Sie ein neu gekauftes Buch nicht lesen, sondern es ungelesen ins Bücherregal stellen. Als Tsundoku sind Sie ein Mittelding zwischen Bücherwurm und Sammler.
  2. Otsukaresama sagen Sie zu jemandem, wenn er müde aussieht.
  3. Ozappa beschreibt jemanden, der nicht auf Kleinigkeiten achtet.
  4. Setsunai ist die schmerzhafte Erinnerung.
  5. Bimyou weist darauf hin, dass etwas seltsam ist und man es besser lässt.
  6. Iruso ist ein Wort dafür, wenn das Licht brennt, aber keiner da ist.
  7. Mit Majime beschreiben Sie jemanden, der seine Sache zuverlässig und ohne Gewese macht.
  8. Wasuremono sind (zuhause) vergessene oder (in der Bahn) verlorene Dinge.
  9. Nito-Onna meint eine Karrierefrau, die keine Zeit zum Bügeln ihrer Blusen hat und deshalb nur gestrickte Oberteile trägt.
  10. Furusato steht für die Heimat als Sehnsuchtsort.
  11. Mit Shibui wird im Japanischen etwas beschrieben, dass zwar alt, aber dennoch cool ist.
  12. Yugen meint die nicht direkt sichtbare Schönheit.
  13. Kuidaore meint, dass man sich selbst die Haare vom Kopf isst, also bankrott ist.
  14. Hikikomori sind junge Leute, die nur noch vor dem Bildschirm hocken und zum Einsiedler werden.
  15. Wabi-Sabi ist die Schönheit der Unvollkommenheit.
  16. Age-Otori beschreibt, dass Sie nach einem Haarschnitt schlimm aussehen.
  17. Mit dem Wort Yoisho meint man das Sich-auf-einen-Stuhl-Fallenlassen nach einem harten Arbeitstag.
  18. Komorebi sagen die Japaner, wenn Sonnenlicht durch Bäume fällt.

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