Konsekutivdolmetschen: Alles, was Sie zum zeitverzögerten Dolmetschen wissen müssen

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Wir stellen Ihnen hier das Konsekutivdolmetschen vor, nennen die wichtigsten Anwendungsgebiete sowie Vor- und Nachteile der speziellen Technik des Dolmetschens.

Was bedeutet Konsekutivdolmetschen? (Definition)

Mit dem Begriff Konsekutivdolmetschen ist eine bestimmte Form des Dolmetschens gemeint: das sogenannte konsekutive Dolmetschen. Das Adjektiv „konsekutiv“ steht in diesem Fachausdruck für „unmittelbar (nach)folgend“ beziehungsweise „aufeinander folgend“ – und damit in einem zeitlichen Zusammenhang. Man könnte also mit „zeitlich nachfolgendes Dolmetschen“ antworten, wenn es um die Frage geht: „Was heißt Konsekutivdolmetschen?“ In der Praxis wird sich ein Dolmetscher, der sich dieser Form des Dolmetschens bedient, also zunächst eine Aussage in der Ausgangssprache anhören und diese anschließend (zeitversetzt) in die Zielsprache übertragen (dolmetschen).

Konsekutivdolmetschen und Simultandolmetschen im Vergleich: Wo liegen die Unterschiede?

Nach der obigen Konsekutivdolmetschen-Definition findet dieses zeitlich versetzt statt, während das simultane Dolmetschen nahezu zeitgleich erfolgt.

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Wann kommt das Konsekutivdolmetschen zum Einsatz?

Gängige Beispiele fürs Konsekutivdolmetschen sind Begrüßungsreden, Festreden und Tischgespräche, wie sie auf Treffen am Rande von Konferenzen (auch Pressekonferenzen), Tagungen und Kongressen mit internationalem Publikum stattfinden. Auch bei Verhandlungen kommt das Konsekutivdolmetschen bevorzugt zum Einsatz. Aus diesem Grund wird der Konsekutivdolmetscher auch Konferenzdolmetscher genannt – womit wir auch gleich die Frage „Was ist ein Konferenzdolmetscher?“ beantwortet haben.

Bewährt hat sich das konsekutive Dolmetschen auch am Krankenbett und als Gerichtsdolmetscher, wenn medizinische beziehungsweise rechtliche Inhalte gedolmetscht werden müssen.

Eine spezielle Anwendung für konsekutives Dolmetschen ist das sogenannte Telefondolmetschen, das sich bewährt hat, wenn eilige Inhalte ausgetauscht und gedolmetscht werden müssen. Hier dolmetscht der Konsekutivdolmetscher für beide Gesprächsteilnehmer, muss also beide Sprachen perfekt beherrschen und ständig zwischen ihnen wechseln.

Konsekutivdolmetschen aus der Dolmetscherkabine

Welche verschiedenen Arten vom Konsekutivdolmetschen gibt es?

Je nachdem, bei welcher Gelegenheit was gedolmetscht werden soll, unterscheidet man verschiedene Arten:

Klassisches Konsekutivdolmetschen: Vorträge, Reden, Diskussionen

Klassischerweise dolmetscht der Konsekutivdolmetscher Aussagen, die mehrere Minuten – in der Regel sechs bis acht Minuten – andauern können, beispielsweise Abschnitte von Reden, Vorträgen, Beiträgen zu Podiumsdiskussionen, in einem Stück. Damit dem Profi dabei keine Informationen verloren gehen, notiert er sich das in der Ausgangssprache Gesprochene. Das macht er in der Regel mit einer speziellen Technik, die es ihm erlaubt, das schnelle Sprechtempo auch schriftlich mitzuhalten.

Konsekutivdolmetschen bei Gesprächen und Verhandlungen

Neben dem klassischen Konsekutivdolmetschen gibt es noch die Unterformen Gesprächsdolmetschen und Verhandlungsdolmetschen, die dann zum Einsatz kommen, wenn Gesprächspartner mit unterschiedlichen Sprachen an einem Tisch zusammenkommen, zum Beispiel auf bilateralen Konferenzen. Dabei werden kürzere Redebeiträge konsekutiv gedolmetscht.

Was sind die Techniken vom Konsekutivdolmetschen?

Das Konsekutivdolmetschen ist eine komplexe Dolmetschertechnik, für die der Konsekutivdolmetscher mehrere Fähigkeiten exzellent beherrschen muss. Dazu gehören:

  • das aktive Zuhören und Verstehen des Gesagten in der Ausgangssprache
  • das parallele, schnelle Notieren in einer speziellen Notiztechnik
  • das richtige Wiedergeben des Gesagten in der Zielsprache, was bedeutet, dass bei Bedarf auch Korrekturen vorgenommen werden müssen

Die genannten Tätigkeiten führt der Konsekutivdolmetscher teils parallel und teils nacheinander aus. Allein die Entscheidung, was er sich schriftlich notiert und was er sich merkt, muss in Bruchteilen von Sekunden gefällt werden. Für die richtige Wiedergabe des Gesagten muss der konsekutive Dolmetscher die im Kurzzeitgedächtnis gespeicherten Infos mit den notierten richtig zusammenführen, was er schafft, indem er sich selbst kontinuierlich kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert. Das Ganze nennt sich Selbstmonitoring.

Für das Notieren relevanter Informationen nutzt der Dolmetscher eigens individualisierte Notiztechniken, die er je nach Dolmetscherjob auch variiert. Die damit erfassten Notizen muss nur der Dolmetscher entziffern können. Meist notieren sich die Konsekutivdolmetscher Informationen, die sie sich nur schwer merken können, darunter Zahlen, Namen und Fachbegriffe. Auch das Gesagte maßgeblich inhaltlich strukturierende Elemente kommen meist auf den Notizblock, zum Beispiel Konjunktionen wie aber, denn, weil, gleichwohl und falls. Mit Versetzungen strukturiert der Dolmetscher das Gesagte zudem.

Viele Konsekutivdolmetscher haben sich ein bildhaftes System von Symbolen, Pfeilen und Abkürzungen für besonders häufig vorkommende Begriffe zurechtgelegt, um Zeit beim Notieren des Gesagten zu sparen. Dieses System ist sprachunabhängig anwendbar, so dass sich der Konsekutivdolmetscher damit aus dem üblichen Dilemma seiner Arbeit löst, das da ist: Entweder notiert er sich das Gesagte in der Ausgangssprache und muss es anschließend mit einer aufwendigen Denkleistung (kognitive Leistung) dolmetschen. Oder er notiert es sich direkt in der Zielsprache, wobei er die kognitive Dolmetscherleistung zeitlich vorzieht und parallel zum aktiven Zuhören ausführt, was ungünstigenfalls zu Abstrichen am Ergebnis des Konsekutivdolmetschens führen kann.

Wichtig: Die Anwesenheit eines Konsekutivdolmetschers ist in der Regel bekannt, so dass die Sprecher sich beim Reden dem Umstand, dass ihre Rede konsekutiv gedolmetscht wird, insofern anpassen, als dass sie Pausen fürs Dolmetschen machen.

Was sind die Vorteile & Nachteile vom Konsekutivdolmetschen?

Die Vorteile vom Konsekutivdolmetschen liegen auf der Hand: Es ist eine sehr persönliche Form des Dolmetschens, die deshalb auch gut zu vergleichsweisen privaten und festlichen Anlässen passt. Zudem braucht der Konsekutivdolmetscher für seine Tätigkeit keine aufwendige Dolmetscher- beziehungsweise Konferenztechnik.

Als nachteilig wird dem Konsekutivdolmetschen oft angekreidet, dass der Dolmetscher damit mehr Zeit verbraucht als mit dem simultanen Dolmetschen. Speziell beim konsekutiven Telefondolmetschen ist zudem von Nachteil, dass der Dolmetscher nur hört, was gesprochen wird, und somit auf wertvolle visuelle Informationen verzichten muss, die der Sprechende mit Mimik und Gestik signalisiert.

Wie Sie sehen, kommt es beim Konsekutivdolmetschen auf viele Fähigkeiten des Dolmetschers an. Für Lingua-World arbeiten nur Sprachprofis, die diese Fähigkeiten exzellent beherrschen. Kommen Sie gerne auf uns zu, wir freuen uns auf Ihre Anfrage und machen Ihnen ein passgenaues Angebot.
 
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