Nun mach‘ doch mal ‘nen Punkt! Oder nicht? – Satzzeichen in Fremdsprachen

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Jede Sprache hat ihre Eigenheiten. Schon ein erster vergleichender Blick über die Schriftbilder zeigt Unterschiede: die Satzzeichen. Begleiten Sie uns auf eine kleine Studienreise und lernen Sie die vom Deutschen abweichende Verwendung und Rechtschreibung von Satzzeichen in Fremdsprachen kennen!

Bevor es gleich um Satzzeichen in Fremdsprachen geht, eine kleine Erinnerung an die Satzzeichen im Deutschen:

Deutsche Satzzeichen – eine kurze Gebrauchsanweisung

Im Deutschen haben wir eine ganze Reihe von Satzzeichen fürs Satzende, auch Satzschlusszeichen genannt: Punkt, Ausrufezeichen und Fragezeichen. Die wichtigsten Regeln zu deren Gebrauch sind:

  • An jedes Satzende gehört ein Satzschlusszeichen. Aussagesatz: Punkt. Ausruf und Aufforderung: Ausrufezeichen! Fragesatz: Fragezeichen?
  • Am Ende jeder Sinneinheit und zwischen zwei Sinneinheiten steht ein Satzzeichen.
  • Eine Sinneinheit ergibt sich aus allem, was zum Verb (Tuwort) gehört.
  • Das Verb kann einwortig sein. Beispielsatz mit dem Verb lesen: Ich lese ein Buch.
  • Das Verb kann zweiwortig sein. Beispielsatz mit dem Verb nachlesen. Ich lese das im Buch nach.
  • Das Verb kann aus konjugiertem Hilfsverb und Verb bestehen. Beispielsatz: Ich möchte das Buch lesen.

Hinzu kommen das Komma, der Doppelpunkt und der Strichpunkt, auch Semikolon genannt, sowie die Anführungszeichen. Kommata trennen die einzelnen Teile einer Aufzählung. Ein Komma steht auch zwischen Haupt- und Nebensatz. Außerdem wird eine Infinitivgruppe mit Komma vom Rest des Satzes getrennt, ebenso ein Relativsatz.

Das Semikolon gehört zwischen gleichrangige Sätze. Es trennt stärker als ein Komma und schwächer als ein Punkt.

Für die wörtliche Rede sind im Deutschen Anführungszeichen (auch Gänsefüßchen genannt) unerlässlich. Am Anfang der wörtlichen Reden stehen sie traditionell unten, an deren Ende oben. Immer häufiger sind sie aber auch beide oben anzutreffen.

Nicht zu vergessen die Binde- und Gedankenstriche. Während der kürzere Bindestrich eher verbindet, trennt der Gedankenstrich eher, denn er steht für eine Denkpause. Der Bindestrich verbindet einzelne Wörter zu Zusammensetzungen ähnlich wie ein Schaschlikspieß, ist die Verbindung, wenn ein Wort am Zeilenende getrennt wird, und er steht für Wortteilauslassungen.

Als Übersetzungsagentur haben wir täglich mit den Satzzeichen in Fremdsprachen zu tun. Unsere professionellen Übersetzer beherrschen den Gebrauch der Satz­zeichen virtuos.

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Deutsche und englische Satzzeichen: So unterscheiden sie sich im Gebrauch!

Fehlerkorrektur (Englisch)
Auffällig ist – im Vergleich zu ihrem Gebrauch im Deutschen –, wie die englische Sprache Kommata verwendet. Das sind Faustregeln, die Sie dazu kennen sollten:

Im Englischen steht ein Komma

  • vor Konjunktionen, die unabhängige Teilsätze verbinden
  • nach Einleitungen, die aus einem Wort, einer Phrase oder einem Teilsatz bestehen
  • um Satzteile mit ergänzenden oder unterbrechenden Informationen abzutrennen

Im Englischen steht kein Komma

  • bei Aufzählung, die mit and(und) oder or (oder) verbunden sind
  • bei Relativsätzen, die nötig sind
  • bei mit that, when, whereeingeleiteten Objektsätzen.
  • vor Infinitiven oder erweiterten Infinitivsätzen
  • bei zusammengesetzten Verben

Auch das Semikolon benutzt die englische Sprache anders als wir es im Deutschen tun. Ein Semikolon steht im Englischen

  • vor Konjunktionen, beispielsweise therefore, for, so, otherwise as, accordingly, consequently, furthermore, hence, however, indeed.
  • vor nachgestellten Erklärungen wie that is
  • als trennendes Satzzeichen bei Teilsätzen, die bereits mit Satzzeichen gegliedert sind

Ins Auge sticht zudem der teils andere Gebrauch des Bindestrichs. Er kommt im Englischen als Verbindungsstück zum Einsatz:

  • zwischen Adverb und Partizip vor einem Nomen
  • bei zusammengesetzten Ziffern zwischen Zehnern und Einern
  • bei adjektivisch verwendeten Brüchen

Kurze Gebrauchsanweisung für Satzzeichen im Französischen im Vergleich zum Deutschen

Was bei der Lektüre eines französischen Textes sofort auffällt: Anders als im Deutschen stehen die Satzzeichen, Ausrufezeichen, Fragezeichen, Doppelpunkt und Semikolon nicht direkt hinter dem Wort. Stattdessen folgt zunächst ein Leerzeichen.

Bei der Kennzeichnung von wörtlicher Rede kommt ein Leerzeichen nach den öffnenden und vor die schließenden Anführungszeichen. Aber Achtung: Die Franzosen nutzen traditionell nicht die Gänsefüßchen wie wir, sondern sogenannte Spitzzeichen, die es in einer einfachen Version (‹ ›) und in einer doppelten Version (« »). Doch die französische Sprache bedient sich immer häufiger der Gänsefüßchen, die im Deutschen oder Englischen üblich sind.

Anders als im Deutschen steht im Französischen kein Komma zwischen der Anrede und dem Namen des Angesprochenen.

Im Spanischen stehen zwei Satzschlusszeichen sogar auf dem Kopf!

Das Spanische kennt die meisten Satzzeichen, die wir im Deutschen setzen. Mit zwei Ausnahmen: Das Frage- und das Ausrufezeichen stehen in spanischen Texten auch auf dem Kopf: ¿ und ¡.

Wörtliche Rede im Griechischen steht in Spitzzeichen

Wie die Franzosen setzen auch die Griechen ihre wörtliche Rede in Spitzzeichen, allerding sind die Spitzen der doppelten Spitzzeichen im Griechischen nach innen gerichtet: » «.

Das Sanskrit macht keinen Punkt, sondern einen senkrechten „Stock“ oder „Doppelstock“

Im Sanskrit oder Bengalischen wird ein Satz nicht mir einem Punkt, sondern mit einem „Stock“ beendet: | oder ||.

Satzzeichen im Chinesischen – … em, … 

Laut der Wikipedia wurde das klassische Chinesisch ohne Satzzeichen geschrieben. Diese kamen erst Anfang des 20. Jahrhunderts in die Schriftsprache. Und weil geschriebenen Chinesisch jedes Zeichen in ein imaginäres Quadrat konstanter Größe passt, sind dort auch die Satzzeichen entsprechend dimensioniert. Hinzu kommt, dass man Chinesisch waagerecht und senkrecht schreiben kann. Die zugehörigen Satzzeichen dreht man entsprechend mit. Ein paar auffallende Unterschiede hat das Chinesische zum Deutschen aufzuweisen:

  • Ein Punkt ist im Chinesischen ein kleiner Kreis.
  • Die Anführungszeichen bei wörtlicher Rede sind klassischerweise diese Form und werden so gesetzt: 「…『… 』…」oder ﹃﹄ und ﹁﹂.
  • Ein Semikomma steht bei Aufzählungen: 、.
  • Der Mittelpunkt trennt Wörter in ausländischen Namen und steht zwischen den Ziffern für Tag und Monat.
  • Der Gedankenstrich „em“ hat doppelte Zeichenbreite: ——.
  • Der Bindestrich ist so breit wie ein ganzes Zeichen und kann alternativ als Tilde dargestellt werden: – und ~.
  • Für Hervorhebungen nutzt das Chinesische einen Hervorhebungspunkt unten oder rechts neben dem Zeichen, je nachdem, ob waagerecht oder senkrecht geschrieben wird.

Arabisch beschränkt sich auf wenige Satzzeichen

Im Arabischen gibt es zwar jede Menge extra Zeichen für Vokale, doch an Satzzeichen wird gespart. Geläufig sind Punkt, Komma, Frage- und Ausrufezeichen. Aber es gibt beispielsweise keinen Bindestrich zur Silbentrennung am Ende einer Textzeile.

Das Japanische kennt keine Satzzeichen

Die Japaner nutzen weder Satzzeichen noch Leerzeichen. Die Schriftzeichen folgen direkt aufeinander.

Bei so vielen Unterschieden im Gebrauch der Satzzeichen in Fremdsprachen ist es wichtig, keinen Fehler zu machen. Denn dann könnte die Übersetzung in die Hose gehen. Unsere Übersetzer sind Sprachprofis in ihrer Muttersprache und der Ziel­sprache, die Sie für Ihren Übersetzungsauftrag suchen.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

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