Dolmetscher Ausbildung: So werden Sie Dolmetscher!

Wie wird man Dolmetscher? Welche Wege bietet die Dolmetscher Ausbildung? Ist Dolmetscher ein Studienfach? Wie können Quereinsteiger Dolmetscher werden? Welche Dolmetscher Fortbildung und Dolmetscher Weiterbildung lohnt sich? Wie wird man Gerichtsdolmetscher? Diese und noch viele andere Fragen zur Dolmetscher Ausbildung beantworten wir in unserem Ratgeber.

Dolmetscher Ausbildung

Dolmetscher – das Berufsbild kurz vorgestellt

In unserem Blogpost “Dolmetschen – mehr als nur eine Begriffserklärung” haben wir ausführlich erklärt, was die Tätigkeit eines Dolmetschers umfasst. Deshalb an dieser Stelle nur ganz kurz:

Was ist die Aufgabe eines Dolmetschers?

Ein Dolmetscher überträgt Gesprochenes von einer in eine andere Sprache. Er vermittelt damit Inhalte aus der Ausgangssprache des Sprechenden in die Sprache seiner Zuhörer (Zielsprache: Fremdsprache oder Gebärdensprache). Dabei berücksichtigt er, dass das Gesagte nur ein Teil der Inszenierung des Sprechers ist. Denn auch

  • dessen Tonalität, also seine Art, das von ihm Gesagte zu betonen und damit zu gewichten,
  • seine Mimik,
  • seine Gestik
  • sowie sein Hintergrund (in welcher Funktion spricht der Redner, zu wem spricht er, was ist der Anlass der Rede, was ihr Ziel)

beeinflussen die Botschaft, die der Sprecher sendet und die mit Hilfe des Dolmetschers beim Empfänger ankommen soll.

Was muss ein Dolmetscher können?

Im Rahmen ihrer Tätigkeit wenden Dolmetscher laut dem Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) die folgenden Dolmetschertechniken an:

Konsekutivdolmetschen – zeitversetzte Übertragung längerer Redeabschnitte nach dem Vortrag des Originaltextes, oft mit Hilfe von Notizen in spezieller Notationstechnik. Typische Dolmetscherjobs: Tisch- und Begrüßungsreden, bilaterale Verhandlungen, feierliche Anlässe (Festreden), Vorträge, Führungen

Gesprächsdolmetschen (Sonderform des Konsekutivdolmetschens) – zeitversetzte und abschnittsweise Übertragung kürzerer Redeabschnitte in Gesprächen. Typische Dolmetscherjobs: Verhandlungen am „Runden Tisch”, technische Gespräche (Maschineneinführungen), Tischgespräche

Simultandolmetschen – Übertragung der Redebeiträge nahezu in Echtzeit. Typische Dolmetscherjobs: mehrsprachige Veranstaltungen, Konferenzen, Tagungen, Verhandlungen, Shows, Galas

Flüsterdolmetschen (Chuchotage, Sonderform des Simultandolmetschens) – der Flüsterdolmetscher sitzt hinter (oder neben) dem/den Adressaten (maximal zwei) der Übersetzung und flüstert ihm/ihnen diese zu. Typische Dolmetscherjobs: Werksführungen, Stadtbesichtigungen

Was sind typische Tätigkeitsfelder für Dolmetscher?

Der BDÜ unterscheidet folgende Tätigkeitsfelder von Dolmetschern:

  • Das macht ein Konferenzdolmetscher

Konferenzdolmetscher beherrschen sämtliche oben genannten Dolmetschertechniken. Häufig beraten sie Veranstalter von Events mit Dolmetscherbedarf zu deren Organisation.

  • Das macht der Gerichtsdolmetscher

Sogenannte Gerichtsdolmetscher sind beeidigte, vereidigte, öffentlich bestellte Dolmetscher. Sie kommen gemäß den geltenden Rechtsvorschriften des jeweiligen Bundeslandes und von der zuständigen Behörde allgemein vereidigt/beeidigt/öffentlich bestellt bei Gerichten, Notaren, Polizei und Behörden zum Einsatz.

Wichtig zu wissen: Die Berufsbezeichnung “Dolmetscher” ist in Deutschland nicht geschützt. Demnach kann sich jeder so betiteln und als Dolmetscher arbeiten.

Die Dolmetscher, die für unser Übersetzungsbüro Lingua-World arbeiten sind hoch qualifiziert. Fragen Sie uns nach einem unverbindlichen Angebot oder nutzen Sie unsere Beratung am Telefon, um sich zu informieren.

Die Ausbildung zum Dolmetscher

Die Bundesagentur für Arbeit (BfA) informiert, dass eine “landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung an Fachakademien” der Weg. Die Dolmetscher-Ausbildung dauere demnach in der Regel zwei bis drei Jahre und werde mit einer staatlichen Abschlussprüfung beendet.

Zudem gebe es laut der BfA weitere Wege, um sich zum Dolmetscher ausbilden zu lassen, zum Beispiel

  • bei verschiedenen Bildungsträgern, die die Auszubildenden auf die staatliche Prüfung zum Dolmetscher vorbereiten. Hat man die erfolgreich bestanden, darf man sich “Staatlich geprüfter Dolmetscher/Gebärdensprachdolmetscher” nennen.
  • an Hochschulen, wo man das Dolmetschen studieren kann, um Dolmetscher in einer Führungsposition oder Fremdsprachendidaktiker zu werden. Hier sind die Abschlüsse Bachelor f Arts und Master of Arts üblich.
  • bei Bildungseinrichtungen, die eine Dolmetscher-Weiterbildung anbieten.

Wissen sollten Sie, dass staatliche Prüfungen auch für Sprachen angeboten werden, die man aktuell (noch) nicht im Dolmetscherstudium erlernen/studieren kann.

Typische Arbeitgeber für ausgebildete Dolmetscher seien demnach

  • professionelle Übersetzungsbüros
  • Dolmetscherdienste
  • EU-Institutionen wie EU-Parlament, EU-Kommission
  • Behörden des Landes oder des Bundes
  • größere Betriebe unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche

Dolmetscher Ausbildung – Vergütung und Kosten der Ausbildung

Laut der BfA werde die Ausbildung zum Dolmetscher nicht vergütet. Während die Dolmetscher-Ausbildung demnach an öffentlichen Schulen in der Regel kostenfrei sei und gegebenenfalls nur Kosten wie die Aufnahme- und/oder die Prüfungsgebühren anfielen, kassierten private Schulen meist Lehrgangsgebühren. Darüber müssten die Auszubildenden mit weiteren Kosten rechnen, zum Beispiel für die benötigten Lernmittel, für die Fahrten zur Ausbildungsstätte oder für die gegebenenfalls nötige auswärtige Unterbringung.

Zugleich weist die BfA darauf hin, dass diejenigen in der Dolmetscher-Ausbildung, die an einer berufsbildenden Ausbildung teilnehmen, eine Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) erhalten könnten.

Formale Voraussetzungen für die Dolmetscher-Ausbildung

Die Dolmetscher-Ausbildung setze laut BfA in der Regel einen mittleren Bildungsabschluss, die Hochschulreife oder die Fachhochschulreife voraus. Zu beachten sei laut der Arbeitsagentur, dass die einzelnen Bundesländer auch eigene Voraussetzungen festlegen würden, damit der ausgebildete Dolmetscher zur Prüfung zugelassen werde. Einen Überblick dazu finden Sie auf der Internetseite “e-Services” der BfA.

Die bereits genannten Fachakademien, die eine Dolmetscher-Ausbildung anbieten, wählen ihre Auszubildenden nach eigenen Kriterien aus.

Kompetenzen, die man für die Dolmetscher-Ausbildung mitbringen sollte

Gute schulische Leistungen in Sprachen, Deutsch und Fremdsprachen, sind ein Must-have für alle die, die eine Dolmetscher-Ausbildung planen. Von Vorteil ist zudem Wissen in dem bestimmten Fachgebiet (Fachwissen), auf das man sich als Dolmetscher gegebenenfalls spezialisieren möchte. Von Vorteil sind Fähigkeiten wie hohe Konzentriertheit, rasche Auffassungsgabe und Kommunikationsfreude. Das Selbstverständnis, Dienstleister zu sein, ist darüber hinaus vorteilhaft, ebenso eine hohe interkulturelle Kompetenz. Wie in nahezu allen Berufen muss auch der Dolmetscher mit modernster Technik arbeiten – grundlegendes Wissen zum Umgang mit IT (Hardware und Software) ist daher unabdingbar.

Dolmetscher-Ausbildung – Inhalte

Die Dolmetscher-Ausbildung beinhaltet einerseits die Erweiterung beziehungsweise Vertiefung bestehender Sprachkenntnisse und/oder den Erwerb einer weiteren Fremdsprache. Eng damit verbunden ist das Erlernen der Fremdsprache mit der zugehörigen Landeskunde. Andererseits werden die Dolmetscher-Techniken (siehe oben) gelehrt und trainiert. Neben den oben genannten Techniken zählen dazu auch Recherchemethoden, damit man selbständig seinen Wortschatz in der Fremdsprache und das zugehörige Sprachwissen (kultureller Hintergrund der Sprache) erweitern kann. Wer sich zum Fachdolmetscher ausbilden lässt, erwirbt in der Dolmetscher-Ausbildung auch die entsprechende Fachsprache (Fachbegriffe).

Wissenswertes zur staatlichen Prüfung nach der Dolmetscher-Ausbildung

Die Zulassung zur staatlichen Prüfung nach der Dolmetscher-Ausbildung erfolgt für sämtliche Sprachen –

  • entweder auf Grundlage der absolvierten Ausbildung
  • oder anhand von Nachweisen entsprechender Fremdsprachen- und Fachkenntnisse sowie drei Jahren Berufspraxis.

Die bestandene staatliche Prüfung zum Dolmetscher oder der Hochschulabschluss nach dem Dolmetscher Studium kann die Grundlage der Beeidigung des Dolmetschers vor Gericht bilden.

Wer mehr zu den gemeinsamen Anforderungen und Regelungen zur staatlichen Prüfung im Anschluss an die Dolmetscher-Ausbildung wissen möchte, kann sich in der “Richtlinie zur Durchführung und Anerkennung von Prüfungen für Übersetzer, Dolmetscher und Gebärdensprachdolmetscher” (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.03.2004) informieren.

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